Aktuelles

Über 30 Lehrstellen sind für 2018 verfügbar

Gestern fand bei der Wirtschaftskammer Liechtenstein in Schaan der «Lehrstelleninfo Familyday» statt. 100pro! berufsbildung liechtenstein präsentierte in der einstündigen Veranstaltung die offenen Lehrstellen für das kommende Jahr und gab Einblicke in ihr Leistungsprogramm. Denn bei einer Ausbildung über 100pro! erhalten die Lernenden viel mehr als nur eine Lehrstelle. Sie werden aktiv unterstützt und finden bei 100pro! Hilfe und Unterstützung für jede Situation.

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Die Tätigkeitsbereiche von 100pro! gliedern sich in die Verbundsausbildung, das Betriebs-Coaching und das Lernenden-Coaching. Bei der Verbundsausbildung haben Lehrlinge die Möglichkeit, ihre Ausbildung bei bis zu drei unterschiedlichen Betrieben zu machen, was unterschiedliche Einblicke in einen Beruf ermöglicht. Beim Betriebs-Coaching unterstützt 100pro! Betriebe bei der Lehrlingssuche. Ein zentraler Bereich ist aber das Lernenden-Coaching mit der Hausaufgaben Lobby (Halo). Sie stellt für die Teilnehmer ein Fixtermin dar, bei dem sie ihre Hausaufgaben und das Lernen erledigen können. Diese Möglichkeit steht allen Lernenden in Liechtenstein offen. Alle offenen Lehrstellen von 100pro! findet man unter www.lehrstellen.li.

Gewinner auf beiden Seiten

Jeder Verbundlernende von «100pro!» hat die Möglichkeit die hausinterne Hausaufgaben-Lobby (HALO) zu besuchen. Erreicht der Lernende mit der Unterstützung der HALO einen Notenschnitt von 5,0 oder mehr, werden dem Lernenden die ganzen Beiträge in bar zurückerstattet (von 4,5 bis 4,9 je die Hälfte).

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Unsere Lernende Annina Götz besuchte im vergangenen Semester die HALO und erreichte einen Schnitt von 5,1, Johannes Felder, Larissa Erhart, Martin Goop und Natascha Morrone erhielten je die Hälfte zurück. Jürgen Nigg überreichte die Beträge in bar und gratulierte zu den super Leistungen.

«HALO» die Hausaufgaben-Lobby für alle

Auf Initiative der Wirtschaftskammer Liechtenstein steht Lernenden, die sich schulisch verbessern möchten, die Hausaufgaben-Lobby, kurz «HALO», zur Verfügung.

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Gezieltes Aufarbeiten
Während der Hausaufgaben-Lobby erledigen die Teilnehmer ihre Hausaufgaben oder repetieren die Schulunterlagen. Dies soll den Lernenden Struktur in ihrem Lernverhalten geben und somit auf Bildungslücken aufmerksam machen. Während der zwei Stunden «HALO» werden allgemeine Fragen in den Fächern Rechnen, Deutsch, Wirtschaft und Umwelt, Wirtschaft und Recht, Englisch, Französisch sowie in allgemein bildenden Fächern direkt gelöst und anschliessend mit den Begleitpersonen besprochen. Berufsspezifische Fragen werden notiert, um in der Folgewoche vom Lehrbetrieb beantwortet zu werden.

Die «HALO» wird unterstützt durch: Liechtensteinische Landesbank AG, Jeeves Group, Radio L und Zürich Generalagentur Robert Wilhelmi.

MINT-Fächer im Labor entdecken

Bildung Kinder und Jugendliche können nun auf spielerische und experimentelle Art Einblicke in die MINT-Welt gewinnen: Das Experimentierlabor PepperMINT in Vaduz wurde gestern feierlich eröffnet und gleich auch ausprobiert.

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Arbeitsintensive Monate liegen hinter den Planern von PepperMINT. Vor circa einem Jahr gründeten sie eine Arbeitsgruppe und erarbeiteten die Idee eines Experimentierlabors, in dem Kindergärtler und Schüler den MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik auf spielerische Weise näherkommen können. Die Förderstiftung MINT Initiative Liechtenstein wurde daraufhin ins Leben gerufen. Stifter sind die Hilti Familienstiftung, die Liechtensteinische Industrie- und Handelskammer, die Wirtschaftskammer und die Regierung. Für die Finanzierung konnten dabei sowohl Unternehmen, als auch Stiftungen, Gönner, Gemeinden und das Land Liechtenstein gewonnen werden. Zudem wurden Räumlichkeiten gesucht und gefunden: Im Chemichl-Gebäude gegenüber des Mühleholzmarkts in Vaduz wurde der Mietvertrag unterschrieben.

In kurzer Zeit viel geschafft
Es folgten Umbau und Ausstattung. Ausserdem konnte Martin Büchel als Geschäftsführer gewonnen, ein interessantes Kursangebot generiert und Kontakte zum Schulamt geknüpft werden. «Was wir hier in kurzer Zeit erreicht haben, ist bemerkenswert. Ich bin nicht nur froh und dankbar, sondern auch sehr stolz», erklärte Klaus Risch, Präsident der Förderstiftung, anlässlich der gestrigen Eröffnungsveranstaltung. Einen Zugang schaffen, spannend sein, Hemmschwellen überschreiten und da und dort einen kleinen Samen für eine zukünftige Karriere zu pflanzen, das wolle man mit dem Labor erreichen, sagte Regierungsrätin Aurelia Frick und betonte: «Ich war von Anfang begeistert.» Als Mitglied des Stiftungsrates habe sie bei diesem Projekt ganz vorne mitarbeiten dürfen: «Heute aber übergebe ich das Zepter einer neuen, sehr engagierten Bildungsministerin.» Es sei eine grosse Ehre, dieses Projekt zu übernehmen und zu begleiten, erklärte daraufhin Regierungsrätin Dominique Gantenbein. Brigitte Haas, Sprecherin von PepperMINT, führte durch den Abend und übergab dann das Wort an Egbert Appel, Präsident der Hilti Familienstiftung und Stiftungsrat, der einige Gedanken zu den MINT-Fächern und den Beweggründen formulierte. Zum Schluss stand ein Rundgang auf dem Programm. Und für einmal waren es die Kinder und Jugendlichen, die den Erwachsenen die MINT-Welt näherbrachten: Schüler der Realschule Vaduz und der Primarschule Triesen in Begleitung ihrer Lehrpersonen sowie Lehrlingsbetreuer beaufsichtigten die verschiedenen Posten. «Dein erster Airbus» heiss etwa einer davon und kam offenbar sehr gut an. Ausserdem wurden fleissig Farben getrennt und am Computer die Welt der Spiele erkundet. Der Ausklang erfolgte in Form eines Apéros und wer wollte, konnte einen Topf – passend zum Namen des Projektes – Pfefferminze mit nach Hause nehmen.

Täglich aktualisiert: lehrstellen.li

100pro! berufsbildung liechtenstein ist eine Initiative der Wirtschaftskammer Liechtenstein und ist das Berufsbildungs-Kompetenzzentrum in Liechtenstein. Zu seinen Dienstleistungen gehören das Betriebs-, das Lernenden-Coaching und die Verbundausbildung.

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Im Bereich Betriebs-Coaching und Verbundausbildung schreibt 100pro! die vakanten Lehrstellen im Mandat bzw. die eigenen Lehrstellen für 2018 aus. Auf der Homepage findet man über dreissig Lehrstellen in über zehn Berufen sowie die nötigen Informationen dazu. Unter anderem erfährt man, wo man sich bewerben kann und für wen die Lehrstelle ausgeschrieben ist. Hier lohnt es sich, immer wieder auf die Homepage zurückzukommen, denn die Lehrstellen werden täglich aktualisiert. Es kommen immer wieder neue Lehrstellen dazu.

«100pro!» Kennenlern-Woche 2017

Am Montag, den 7. August, starteten die «100pro!»-Lernenden in die Kennenlern-Woche unter dem Motto «Made in Liechtenstein».

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Neben diversen Aktivitäten in Liechtenstein stand auch eine Tageswanderung von Vaduz bis Steg auf dem Programm. Die neuen Lernenden wurden so sehr gut integriert und die gemeinsamen Umgangsformen untereinander in einem Kontrakt definiert. Durch verschiedene Teamspiele wurde der Zusammenhalt gestärkt.

Projekt «Rauchfreie Lehre»

111 Jugendliche haben im Schuljahr 2016/17 bei «Rauchfreie Lehre» mitgemacht und sich dadurch verpflichtet, auf jede Art von Tabakwaren zu verzichten. 87 Jugendlichen ist dies erfolgreich gelungen. Die Auszeichnung fand im Jugendcafé Camäleon statt.

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«Rauchfreie Lehre» belohnt Jugendliche, die während des Lehrjahres 2016/17 oder Brückenangebotes (10. Schuljahr) auf jede Form des Tabakkonsums verzichtet haben (auch Shisha, Kautabak, E-Zigarette usw.). Auf diese Weise sollen Jugendliche motiviert werden, erst gar nicht mit dem Rauchen zu beginnen. Jugendliche, die zwar bereits zu rauchen begonnen hatten, hatten die Möglichkeit, Rauchstopphilfen in Anspruch zu nehmen, und anschliessend als Nicht-Raucher am Projekt teilzunehmen. Zur Kontrolle der Tabakfreiheit wurden unangemeldet Tests durchgeführt. Die Partner-Ausbildungsbetriebe in Liechtenstein sind die Oerlikon, Hoval, die Liechtensteinischen Kraftwerke und die Liechtensteinische Landesverwaltung.

Abschlussevent im Jugendcafé Camäleon

Alle, die es geschafft haben, während des gesamten Schuljahres 2016/17 keinen Tabak zu konsumieren, hatten die Möglichkeit, eine zweiwöchige Sprachreise in einem europäischen Land zu gewinnen. Liechtensteiner Jugendliche waren zusätzlich eingeladen, am 29. Juni am Abschlussevent im Jugendcafé Camäleon in Vaduz teilzunehmen, in dessen Rahmen alle erfolgreichen Teilnehmenden zu einer Filmvorführung eingeladen waren und an der Verlosung weiterer toller Preise teilnahmen (Wochenende im Europa-Park mit Übernachtung, Kinogutscheine, Einkaufsgutscheine, Getränkegutscheine usw.). Das Wochenende im Europa-Park für zwei Personen mit Übernachtung gewann Sarah Baydar, Lernende bei der Firma Oerlikon Balzers AG.

21 Prozent aller 15-Jährigen rauchen täglich

In Liechtenstein gibt es immer noch einen hohen Anteil an Jugendlichen, die täglich rauchen. Vor allem der Anteil der jugendlichen Raucherinnen steigt stetig an. Aus der letzten Schülerbefragung im Jahr 2015 geht hervor, dass 21 Prozent aller 15-jährigen Jugendlichen in Liechtenstein täglich Zigaretten rauchen. Die Abhängigkeit im Erwachsenenalter ist gerade dann besonders stark, wenn in jungem Alter mit dem Rauchen begonnen wird. Aus diesem Grund hat sich die Suchtprävention Liechtenstein das Ziel gesetzt, den Anteil rauchender Jugendlicher weiter zu senken.

Anmeldung zum nächsten Durchgang

Alle Lernenden des 1. bis 4. Lehrjahres und Schüler des 10. Schuljahres des nächsten Schuljahres 2017/18 sind nun wieder eingeladen, beim Projekt Rauchfreie Lehre mitzumachen. Eine Anmeldung zum Projekt ist entweder online (www.rauchfreielehre.ch) oder durch Ausfüllen von Anmeldekarten möglich. Diese können im Amt für Soziale Dienste per Mail (esther.kocsis@llv.li) bezogen werden. (pd)

Duale Ausbildung: Noch über 50 Lehrstellen im Land zu vergeben

Die Schule ist fast beendet, die Absolventen freuen sich auf die wohlverdienten Sommerferien. Gleichzeitig steht der Beginn des Lehrjahres 2017/2018 kurz bevor. Liechtensteins Unternehmen haben noch über 50 Lehrstellen zu besetzen.

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Rund 96 Prozent aller Sekundarschüler verfügen bereits über eine Anschlusslösung für ihre berufliche Erstausbildung mit Beginn Sommer 2017. Das zeigt eine Umfrage des Amt Berufsbildung und Berufsberatung (ABB) in den Sekundarschulen. Dreimal jährlich fragt das Amt die Schüler nach dem aktuellen Stand der Berufswahl ab. Demnach entscheiden sich für den Sommer 2017 rund 65 Prozent der Schüler für den Weg einer Berufslehre, weitere 15 Prozent für das 10. Schuljahr und 7 Prozent für das Gymnasium. Noch keine Anschlusslösung hatten per Ende Mai 4 Prozent der Sekundarschüler. «Die Berufsberater des ABB stehen mit diesen Jugendlichen in direktem Kontakt und bieten entsprechende Beratungsdienstleistungen als Unterstützung an», sagt Amtsleiter Werner Kranz. Er geht deshalb davon aus, dass bis August auch diese Schüler eine für sie geeignete Anschlusslösung finden werden.

Weitere Lehrstellen offen

In Liechtenstein haben die Jugendlichen gute Chancen, eine Lehrstelle zu ergattern. Die Wirtschaft bietet seit vielen Jahren mehr Ausbildungsplätze an, als es Schulabgänger im Land gibt. «Das Angebot an Ausbildungsplätzen in der heimischen Wirtschaft ist seit Jahren konstant hoch», sagt Werner Kranz. Auf die rund 400 Ausbildungsplätze im Jahr kommen rund 220 Schulabgänger. Rund ein Drittel der Lehrstellen im Land wird deshalb mit jungen Frauen und Männern aus der Schweiz besetzt. Mit Lehrbeginn Sommer 2017 werden so laut ABB insgesamt 370 Jugendliche (im Vorjahr waren es 380 Jugendliche) ihre Ausbildung in Liechtenstein in Angriff nehmen. Dennoch gibt es noch weitere Lehrstellen zu besetzen. Per Mitte Juni sind beim ABB noch 52 Ausbildungsplätze in rund 35 verschiedenen Lehrberufen als offen gemeldet. Darunter befinden sich auch Berufe im Detailhandel, der Bauwirtschaft oder verschiedene Industrie-, Gesundheits- und Dienstleistungslehrberufe. Einige Betriebe entscheiden sich mittlerweile auch für einen sogenannten Lehrbetriebsverbund – ein Zusammenschluss von mehreren Betrieben, die gemeinsam ausbilden. Während die Lernenden bei einer herkömmlichen Lehre die gesamte Lehrzeit in einem Betrieb absolvieren, erhalten sie in der Verbundlehre die Gelegenheit, mehrere Betriebe kennenzulernen. «Damit ist es auch Betrieben möglich, sich in der Berufsbildung zu engagieren, die aufgrund ihrer Grösse oder Spezialisierung bisher nicht in der Lage waren, eine komplette Lehre anzubieten», sagt Werner Kranz. In Liechtenstein gebe es Lehrbetriebsverbünde in den Bereichen des Gewerbes, der Landwirtschaft und einigen Industriebetrieben.

Hohe Anforderung an die Jugend

In der Berufswelt werden die Ansprüche immer grösser. Viele Ausbildungsberufe wurden zwischenzeitlich mit neuen Berufsbezeichnungen ausgestattet und die Ausbildungsinhalte wurden auf die laufend veränderten Bedürfnisse der Wirtschaft angepasst. «Das bedeutet, dass die schulischen und praktischen Anforderungen an die Lernenden in der Regel zugenommen haben und gerade deshalb ist es wichtig, dass die Schüler möglichst optimal auf den Lehreinstieg vorbereitet sind», so Werner Kranz. Für schwächere Schüler ist es nicht immer einfach, eine gute Anschlusslösung zu finden. Deshalb hat sich im Bereich der zweijährigen Lehrberufe in den vergangenen Jahren einiges getan. Der ABB-Leiter: «Fast in allen Berufsgruppen gibt es für praktisch orientierte Jugendliche die Möglichkeit, eine zweijährige berufliche Grundbildung mit Berufsattest zu absolvieren, die die direkte Anschlusslösung an eine Berufslehre mit Fähigkeitszeugnisabschluss bietet und somit die Durchlässigkeit in unserem Bildungssystem sicherstellt.»

Mit next-step «wissen wie weiter»

Die Wahl des Berufs ist eine der bedeutendsten und prägendsten Entscheidungen im Leben. Es ist daher sehr wichtig, sich vor der Entscheidung gut zu informieren.

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In Anbetracht neuer wirtschaftlicher und sozialer Herausforderungen ist die passende Aus- und Weiterbildung immer entscheidender. Soll ich eine Lehre machen? Welche Berufschancen habe ich mit einer Berufslehre? Entscheide ich mich zusätzlich für eine Berufsmatura? Was und wo soll ich studieren? Bei der Beantwortung dieser Fragen bietet «nextstep» wertvolle Unterstützung. Eine wichtige Informationsquelle ist dabei die «next-step»-Webseite.

Um den Bekanntheitsgrad der Infoplattform weiter zu steigern, wird diese Tage die zweite Informationskampagne lanciert. Unter dem Claim «wissen wie weiter» wird die Webseite www.nextstep.li als zentrale Informationsplattform im Lande beworben. «Die Webseite bietet eine wichtige Hilfestellung, denn gerade wenn sich die obligatorische Schulzeit dem Ende zuneigt, fragen sich viele Jugendliche und Eltern: Was ist der nächste Schritt für den Weg in die Zukunft?», ist Bildungsministerin Dominique Gantenbein überzeugt. «Ziel ist es, dass Jugendliche, Lernende, Eltern, Erwachsene, Schulen und Unternehmen auf sämtliche re- levanten Informationen hinsichtlich möglicher Fragen rund um die Berufsbildung in gebündelter Form zugreifen können», erklärt Werner Kranz, Leiter vom Amt für Berufsbildung und Berufsberatung.

Infotage «next-step» am 22. und 23. September

Das von der Thea Keeler Stiftung 2013 ins Leben gerufene und finanzierte Projekt «next-step» ist durch das Land konzeptionell erweitert worden. Entstanden sind die next-step Berufs- & Bildungstage, welche dieses Jahr am 22. und 23. September im SAL in Schaan stattfinden - eine weitere gute Möglichkeit sich zu informieren. An diesen Infotagen erhalten alle Interessierten einen Überblick über die verschiedenen Bildungswege sowie Aus- und Weiterbildungsberufe. Jugendliche können Lehrberufe näher kennenlernen und Maturanten und Maturantinnen haben die Möglichkeit sich über die Wege und Möglichkeiten nach der Matura zu informieren. Die Bildungstage sollen auch Lernende und potenzielle Arbeitgeber zusammenzubringen. Ferner werden Universitäten und Hochschulen eingeladen, ihre Studienprogramme vorzustellen. (ikr)

Sechste Fitna-Techniktage durchgeführt – Jugendliche tauchten in neue Welt ein

Ende März/Anfang  April fanden zum sechsten Mal die Fitna-Techniktage statt. Jugendliche aus der Region konnten Seminare n verschiedenen Firmen besuchen. Die Rückmeldungen sind durchweg positiv.

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Ziel der Fitna-Techniktage ist es, Jugendlichen aus dem Sarganserland, dem Werdenberg sowie Liechtenstein Technik und Naturwissenschaften näherzubringen. Aufgrund des Fachkräftemangels bleiben auch in den heimischen Firmen viele Lehrstellen in diesen Bereichen unbesetzt. Fitna möchte dazu beitragen, dass sich alle Schüler vermehrt für Technik interessieren und später im Idealfall einen Beruf in dieser Richtung erlernen. An drei Mittwochnachmittagen boten die Techniktage für Schüler ab der sechsten Stufe drei unterschiedliche Seminare in verschiedenen Bereichen, bei denen gelötet, geschraubt oder programmiert wurde. Auf spielerische Weise soll das Inter-esse für Technik geweckt werden. Die 222 Plätze 2017 waren vor Ablauf der Anmeldefrist ausgebucht. Zu-dem wurde eine Warteliste mit rund 50 Jugendlichen geführt, wovon ein Grossteil ebenfalls ein Seminar besuchen konnte. Die Rückmeldungen der Schüler und der Firmen waren

durchweg positiv. Den Teilnehmern hat es grossen Spass bereitet, etwas ausprobieren und herstellen zu können. Auch die Firmen berichteten von engagierten und interessierten Jugendlichen. Die in diesem Jahr erstmals befragten Eltern der Teil-nehmer erachten die Techniktage als sehr sinnvoll und wichtig und sind dankbar, dass es dieses einzig-artige Angebot gibt. Die Arbeitsgruppe Fitna (Förderung der Interessen für Technik und Naturwissenschaften bei Jugendlichen) unter der Leitung von Fredy Schöb, Gemeindepräsident Gams, dankt den Teilnehmern, Eltern, Lehrern, Sponsoren und nicht zuletzt den Firmen herzlich für das Engagement der vergangenen Techniktage. Nur dank der intensiven Mitarbeit aller Beteiligter können die Techniktage erfolgreich durchgeführt und dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden. (eps)

Ab Ende November können sich interessierte Jugendliche im Internet auf www.fitna.ch für die Techniktage im nächsten Jahr anmelden.

 

Über die Organisation
Die Fitna (Förderung der Interessen für Technik und Naturwissenschaften bei Jugendlichen) ist eine der Region Sarganserland-Werdenberg untergeordnete Arbeitsgruppe. Initiiert von Sepp Dietrich und unter dem Präsidium von Fredy Schöb, Gemeindepräsident Gams, nehmen Vertreter der Region Sarganserland-Werdenberg, der Berufsberatung Werdenberg-Sarganserland, des Berufs- und Weiterbildungs-zentrums Buchs, dem Amt für Berufsberatung und Berufsbildung des Fürstentums Liechtenstein sowie der Unternehmen Einsitz.
 Mehr zur Organisation auf www.fitna.ch.

Eine neue Lehrausbildung mit viel Potenzial

Ab Herbst 2017 werden erstmals in Liechtenstein zwei Mediamatiker ausgebildet: Das Vaduzer Medienhaus und die BVD Druck und Verlag AG bieten die Lehre im Verbund an.

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Mediamatiker - ein Begriff, der vielen Personen noch wenig geläufig ist. Damit wird eine Lehrausbildung beschrieben, die eine Informatikausbildung mit Polygraph/Gestalter-Ausbildung verknüpft.

«Unsere Branche und unser Geschäft ändern sich stark. Es entstehen dadurch neue Job-Profile, die es in einem Medienunternehmen bislang nicht gab. Mit der Mediamatiker-Lehre wollen wir unseren eigenen digitalen Nachwuchs aufbauen», erklärt Daniel Bargetze, Geschäftsführer der Vaduzer Medienhaus AG. Die Verbundlehre wird zusammen mit der BVD durchgeführt und von der Initiative «100pro!» der Wirtschaftskammer unterstützt. Auch für Peter Göppel, Geschäftsführer der BVD Druck und Verlag AG, bietet die neue Lehrstelle einige Vorteile: «Im Zuge der Digitalisierung und Umwälzungen in der grafischen Branche muss sich auch eine Druckerei am Markt anpassen und versuchen, neue Märkte aufzubauen. Der Mediamatiker eröffnet uns diese Möglichkeit. Zudem erhoffen wir uns durch die jungen Leute neue Ansichten.» Es ist die erste Mediamatiker-Lehrausbildung in Liechtenstein. Ende März konnten die Lehrlinge Dennis Sprenger und Julian Konrad ihre Lehrverträge unterschreiben. Die beiden werden während der vier Jahre dauernden Ausbildung je eine Hälfte der Arbeitszeit im Medienhaus verbringen und den anderen Teil bei der BVD absolvieren.

Auch am Arbeitsplatz selbst ist die Lehre sehr abwechslungsreich gestaltet. Dort wird zwischen den Abteilungen gewechselt. Daneben besuchen die Lehrlinge zwei Tage in der Woche die Schule in Chur. Während dieser vier Jahre lernen die Lehrlinge, Webseiten zu gestalten und zu pflegen, Präsentationen zu erstellen und Veranstaltungen zu betreuen.

Darüber hinaus erwerben sie Kenntnisse im Mutlimediabereich, im Marketing und in der Administration. Tom Schäpper, Ausbildungsverantwortlicher beim Medienhaus, ist gespannt auf den Input der beiden jungen Lehrlinge: «Wir wollten eigentlich mit einem Lehrling beginnen, doch dann haben uns beide Kandidaten überzeugt.»

Bei PepperMINT: Martin Büchel wird Geschäftsführer

Der Stiftungsrat der MINT-Initiative Liechtenstein hat mit der Ernennung von Martin Büchel zum Geschäftsführer einen weiteren wichtigen Schritt gemacht. Nun laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

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Nach den Sommerferien werden Kinder und Jugendliche im PepperMINT- Experimentier-Labor in Vaduz die Möglichkeit haben, die MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik mit allen Sinnen zu entdecken und zu erleben. Der Stiftungsrat der MINT-Initiative Liechtenstein hat mit der Ernennung von Martin Büchel zum Geschäftsführer einen weiteren wichtigen Schritt gemacht, wie die Förderstiftung am Mittwoch mitteilte. Die Vorbereitungen für PepperMINT laufen auf Hochtouren. Nebst der Planung für die anstehenden baulichen Massnahmen stand Anfang des Jahres die Suche nach einer geeigneten Persönlichkeit für die Geschäftsführung im Vordergrund. Klaus Risch, Präsident der Förderstiftung MINT-Initiative Liechtenstein, gibt bekannt: «Wir freuen uns, mit Martin Büchel einen kompetenten und äusserst motivierten Geschäftsführer gewinnen zu können. Martin Büchel verfügt über beste Voraussetzungen für diese anspruchsvolle Aufgabe und wir sind davon überzeugt, dass er viel Wertvolles zur Entwicklung und zum Betrieb von PepperMINT beitragen wird.»

Erfahrene Persönlichkeit

Der 48-jährige Martin Büchel, ursprünglich Biologielaborant, studierte Chemie in Chur und liess sich später zum Executive Master of Mediation ausbilden. Als Projektleiter, Ausbildner, Trainer, Coach und Auditor hat er Führungs- und Managementerfahrung in verschiedenen Unternehmen gesammelt. Martin Büchel ist heute Leiter Technical Training and Operations Audit Global bei einem liechtensteinischen Industriebetrieb und damit für das gesamte Ausbildungskonzept der weltweiten Produktionsstätten verantwortlich. Der Vater von zwei Kindern lebt mit seiner Familie in Ruggell. In seiner Freizeit war er lange leidenschaftlicher Pfadfinderführer und arbeitet seit Jahren als Tauchlehrer mit Kindern und Jugendlichen.

Know-how und Kreativität gefordert

Am 1. Juni 2017 wird Martin Büchel seine Aufgabe als Geschäftsführer von PepperMINT übernehmen: «Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung und darauf, meine Erfahrung in MINT und meine Freude an der Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen vereinen zu können.» Er wird Schüler sowie Lehrpersonen im Experimentier-Labor begleiten, aber auch vor und nach dem Besuch Ansprechperson sein. Doch bis es so weit ist und die ersten Schulklassen zum Entdecken, Erfinden und Erleben eingeladen sind, besteht seine Aufgabe darin, ein attraktives Kursangebot zu erarbeiten. «Dies wird mein ganzes Know-how, meine Erfahrung und meine Kreativität fordern. Ich habe bereits unzählige Ideen und kann es kaum erwarten, diese umzusetzen.»

Austauschplattform

PepperMINT bietet neben dem Hauptzweck, der Förderung von Kompetenzen in MINT, auch eine attraktive Austauschplattform für Bildung und Wirtschaft. «Die vielen positiven Rückmeldungen seitens Politik, Wirtschaft und Bildung sind eine grosse Motivation für den Stiftungsrat. Gute Kenntnisse und Freude an MINT bilden eine unverzichtbare Grundlage für zukunftsorientierte Kompetenzen», ist Stiftungsratspräsident Klaus Risch überzeugt. (pr)

Weitere Infos unter www.peppermint.li

Lehrplan 21 kurz erklärt

In der Schweiz hat es bislang grosse Unterschiede gegeben, wie die Schüler in den verschiedensten Kantonen unterrichtet werden. Der Lehrplan 21 ist nun der erste Lehrplan, der in allen 21 deutsch- und mehrsprachigen Kantonen auf eine Vereinheitlichung abzielt.

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Der grosse Vorteil: Mit einem gemeinsamen Lehrplan werden die Ziele der Volksschule in der Deutschschweiz harmonisiert. Der neue Lehrplan verändert aber auch den Unterricht - neu gehört dazu: Wirtschaft, Arbeit, Haushalt, das Modul «Berufliche Orientierung», Medien und Informatik und die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Der Lehrplan 21 orientiert sich an Kompetenzen, sodass die Schüler ihr Wissen auch erfolgreich anwenden können. Alles regelt er allerdings nicht: Wie die Stundenpläne ausgestaltet und die Noten vergeben werden, das bleibt den einzelnen Kantonen vorbehalten.

Erneut weniger Lehrbetriebe, doch schuld ist (auch) die Statistik

Beinahe alle Zahlen in der Bildungsstatistik sind rückläufig. Die Gründe sind vielseitig, doch der demografische Wandel ist deutlich spürbar. Im Endeffekt gibt es einfach immer weniger Kinder.

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Bereits im Ausbildungsjahr 2014/15 hatte die Anzahl Lehrbetriebe ihr Rekordtief erreicht. Waren mit Beginn der Statistik im Jahr 2006/07 noch 389 Ausbildungsbetriebe ausgewiesen worden, gab es solche 2014/15 gerade noch 328. Im aktuellen Berichtsjahr 2015/16 wird nun erneut ein Rückgang um 6 Betriebe verzeichnet, womit sich der neue Tiefststand von noch 322 Lehrbetrieben in Liechtenstein ergibt. Wie dieser zustande kommt, kann sich Werner Kranz, Leiter Amt für Berufsbildung und Berufsberatung (ABB), durchaus erklären und gibt gleichzeitig Entwarnung: «Ein wichtiger Faktor, der diese Entwicklung in der Statistik begünstigt, ist der seit einigen Jahren implementierte Modus der Verbundslehre», weiss der ABB-Chef. Dieser Modus ermöglicht es Lehrbetriebe ihre Lernenden unter der Federführung der Wirtschaftskammer gemeinsam auszubilden (das «Volksblatt» berichtete mehrfach). «In der Statistik wird dann aber lediglich die Wirtschaftskammer als Lehrbetrieb aufgeführt. Die Verbundsbetriebe werden nicht berücksichtigt», erklärt Kranz weiter. Zudem könne eine nominell geringfügige Abnahme grundsätzlich auch individuellen strategischen Veränderungen in einzelnen Betrieben geschuldet sein. Dass auch die Zahl der Lernenden zurückgegangen ist, ordnet der erfahrene Amtsleiter als «normale» Schwankung ein. So wurden 2015/16 2,7 Prozent weniger Lernende registriert als noch im Jahr zuvor. 2014/15 hatte dieser Rückgang 1 Prozent betragen. Total zählt die Statistik für 2015/16 in Liechtenstein 1151 Lernende, 362 davon haben ihren Wohnsitz im Ausland. Im Gegenzug absolvieren 121 hiesige Lernende ihre Lehre ausserhalb des Landes.

Weniger Schüler

Wie bereits auf «Radio L» zu hören war, wurden 2015/16 an Liechtensteins Schulen ebenfalls weniger Schüler ausgebildet. Die Zahl der sich in der obligatorischen Schulbildung befindlichen Kinder und Jugendlichen blieb im Vergleich zum Vorjahr mit 3482 Schülern jedoch nahezu unverändert. Genau genommen wurden gar 2 Schüler mehr registriert als 2014/15. Dennoch konstatiert das Amt für Statistik (AS): «Generell ist die Anzahl der Schulkinder in obligatorischen Schulen rückläufig.» In den vergangenen fünf Jahren sei durchschnittlich eine Abnahme von 1,2 Prozent pro Jahr zu verzeichnen gewesen. Effektiv eine konkrete Abnahme im Berichtsjahr ergibt sich hingegen, wenn die Anzahl aller Schüler in der allgemeinen Ausbildung (also Kindergarten bis Sekundarstufe II) verglichen wird. Diese sank innert eines Jahres von 4778 um 22 auf 4756 Schüler. Angesichts der erwähnten Zunahme an den obligatorischen Schulen kann also insgesamt von einem Rückgang um 24 Schüler an den nicht obligatorischen Bildungseinrichtungen gesprochen werden.

Mehr Ausgaben

Zu überraschen vermag derweil auf den ersten Blick, dass trotz sinkender Schülerzahlen die Bildungsausgaben von insgesamt 187 Millionen Franken um 4,7 Prozent höher ausfielen als im Vorjahr. Dieser Umstand ergebe sich, da mit 15,9 Millionen Franken die höchsten Investitionsausgaben seit 2010 getätigt worden seien, schreibt das AS in der Statistik. So seien vor allem die Gemeinden mit einem Investitionsvolumen von 11,5 Millionen Franken «intensiv» tätig gewesen. Das Land verbuchte demnach Investitionen in der Höhe von 4,4 Millionen Franken, wobei der Grossteil (2,5 Millionen) auf Studiendarlehen entfiel. Insgesamt trägt jedoch nach wie vor das Land mit 77,2 Prozent den Bärenanteil der Bildungskosten.

«Einkaufstourismus ist momentan das Hauptthema»

Rainer Ritter ist  ein «echter Gwerbler» und  «Eigengewächs der Wirtschaftskammer». Welche Aufgaben und Pläne er als gewählter Wirtschaftskammerpräsident haben wird, verrät er im Gespräch mit dem «Volksblatt».

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Herr Ritter, sollten Sie im Mai gewählt werden, was werden Sie als Erstes tun – alles wieder aufheben, was Ihr Vorgänger geschafft hat?

Keinesfalls! Arnold Matt hat während seiner fast 17-jährigen Amtszeit hervorragende Arbeit geleistet. So zeigte er sich gemeinsam mit den anderen Wirtschaftskammermitarbeitern bei verschiedenen Themen sehr engagiert und blieb bis zum Schluss dran – etwa bei der Schaffung der «gleich langen

Spiesse» im Gewerbe, die ein ewig andauernder K(r)ampf war. Zudem hat er den «grossen Lupf» von der GWK zur Wirtschaftskammer vollbracht und damit die Strukturen der Kammer gesichert.

Dabei wurde auch die Pf lichtmitgliedschaft aufgelöst. Heute ist solche ja freiwillig. Da muss man künftig natürlich weiter was bieten ...

Früher hatten wir rund 2000 Mitglieder, heute ist diese Zahl auf unter 1000 gesunken. Die Gewinnung von Neumitgliedern ist natürlich immer Thema. Deswegen gilt, auch weiterhin gute Dienstleistungen anzubieten und wenn möglich auszubauen – wie etwa heute bereits die Rechtsberatung oder das günstige Kollektiv-Krankenkassenprämien- und Weiterbildungskursangebot (Kurse.li) für Kammermitglieder. Wichtig zu erwähnen ist aber auch das Lehrlingsprogramm «100pro!», das gerade durch das Abgeben der administrativen Arbeiten oder die Verbundausbildung für kleinere Firmen interessant ist. Wir wollen zu-dem gewisse Prozesse innerhalb der Wirtschaftskammer verschlanken.

Welche grossen Aufgaben kommen noch auf den neuen Wirtschaftskammerpräsidenten zu?

Da mit dem Rücktritt von Arnold Matt auch die vor zehn Jahren aufgestellte Strategie «Futuro» der Wirtschaftskammer ein Ende findet, muss die Hauptaufgabe sein, einen neuen Fahrplan aufzustellen. Dies wird in Zusammenarbeit mit der Stiftung Zukunft.li. passieren. Die Ziele: Den Standortvorteil der heimischen Wirtschaft beizubehalten und auszubauen sowie Regulierungen zu reduzieren. Im Klartext: Was es an Bürokratie nicht zwingend braucht, muss verhindert werden – gerade als kleines Land ist dies sehr wichtig. Und natürlich hat die Wirtschaftskammerführung auch immer ein offenes Ohr für akute Probleme unserer «Gwerbler».

Was beschäftigt das Gewerbe heutzutage am meisten?

Ganz klar die Frankenstärke und der daraus resultierende Einkaufstourismus. Hier geht in Liechtenstein Wertschöpfung in Millionenhöhe verloren – nicht nur für Unternehmen, sondern auch für den Staat über die Steuern. Den Leuten muss einfach bewusst gemacht werden, was es heisst, wenn man jede Woche nach Vorarlberg zum Einkaufen fährt. Ich kann zwar durchaus nachvollziehen, dass solche, die nicht so viel Geld im Portemonnaie haben, billiger in der Grenzregion einkaufen müssen. Man sollte sich aber trotzdem überlegen, ob sich jede Fahrt ins Ausland auch lohnt. Bei anderen, die weniger in Not sind, verstehe ich das dagegen gar nicht. Da kenne ich übrigens einige Beispiele.

Von der Wirtschaftskammer vorgebrachte Lösungen wie Einkaufsgutscheine für Staatsangestellte kamen aber nicht wirklich gut an ...

Das war natürlich mehr als Provokation gedacht. Das Ziel, eine Diskussion zum Thema anzuregen, wurde sicherlich erreicht. Meiner Meinung nach ist diese Lösung aber nicht ganz so abwegig – da Staatsangestellte ja durch unsere Steuern finanziert werden.

Und was halten Sie von einer Anpassung des Freibetrages bei der Mehrwertsteuer?

Da könnte man auf jeden Fall etwas machen. Neben der Frankenstärke ist dies ein wichtiger Grund, warum Liechtensteiner in Österreich einkaufen – weil man zusätzlich noch die Mehrwertsteuer zurückholen kann. Da wäre ich knallhart! Es gilt ernsthaft zu prüfen, ob etwa weiterhin Waren bis zu einem Gesamtwert von 300 Franken mehrwertsteuerfrei eingeführt werden dürfen. Hier umzudenken, empfinde ich als einen relativ einfachen Weg – weil die heutige Situation auch gegenüber den Österreichern nicht fair ist: Diese bezahlen momentan im eigenen Land nämlich mehr als solche, die von ausserhalb kommen.

Was sind die Folgen, wenn der Einkaufstourismus anhält oder sogar noch wächst?

Schlussendlich gehen damit unsere Betriebe ein – mit der Folge, dass auch das Lehrstellenangebot leidet. Wo bilden wir dann unsere Kinder aus? Wollen Sie diese etwa nach Feldkirch in die Lehre schicken? Das darf natürlich nicht passieren.

Bildung ist in Ländern ohne eigene Rohstoffe ganz besonders wichtig. Sie waren ja viele Jahre als Ausbildner und Lehrlingsobmann des Autogewerbes aktiv – sehen Sie es auch so?

Bildung ist natürlich ganz klar unsere Trumpf karte – gerade auch mit Blick auf das duale Bildungssystem (Berufsschulunterricht und übergeordnete Kurse sowie Praxis im Betrieb), das meines Erachtens eines der besten Systeme zur Förderung von jungen Menschen ist. Mich stört aber, dass das gute alte Handwerk bei jungen Leuten nicht mehr so einen guten Ruf hat, wie etwa eine KV-Lehre. Das müsste sich meiner Meinung ändern. Bei der Berufswahl spielen die Eltern und Lehrer eine entscheidende Rolle. Darum müssen auch sie über die handwerklichen Berufe besser informiert sein. Das Sprichwort «Handwerk hat goldenen Boden» kommt nicht von ungefähr.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist momentan auch ein grosses Thema – die Wirtschaftskammer mit ihrer Initiative aber grandios gescheitert ...

Auch hier gilt: Das Thema wurde angesprochen und eine breite öffentliche Diskussion in Gang gesetzt. Zwei Arbeitsgruppen mit Vertretern der Wirtschaftskammer, die von der Regierung beauftragt wurden, nehmen sich zurzeit der Sache an.

Und wie stehen Sie dazu?

Meiner Meinung sind hier Lösungen gefragt, die für alle gerecht sind: Es sollen nicht nur Kitas gefördert werden, sondern auch die Hausfrauen- oder -männer, die zu Hause bei den Kindern bleiben. Ich finde es nämlich besonders wichtig, dass die Mutter oder der Vater die ersten drei Jahre die Bezugsperson zu ihrem Kind sein sollten – dies ist auch ganz klar mit Studien erwiesen.

Dann könnten Sie sich sicherlich auch eine Art Mutterschaftsurlaub für diese Zeit vorstellen? Da hätten viele Firmen aber keine Freude ...

Wenn eine Mitarbeiterin drei Jahre nicht arbeitet, ist das für Unternehmen natürlich fast schon «Horror» – gerade bei kleineren. Dann bräuchte es ja Ersatz, der nach dieser Zeit dann auch wieder gehen müsste usw. Es ist keinesfalls einfach.

Wie gehen Sie mit Schwangerschaften in Ihrem Unternehmen um?

Wir hatten gerade diesen Fall, der glücklicherweise so gelöst werden konnte, dass die Mitarbeiterin grossteils von zu Hause arbeiten kann. Dass dies nicht in jeder Branche möglich ist, ist natürlich klar. Ein Arbeitgeber sollte hierbei jedoch eine gewisse Flexibilität an den Tag legen. Und dabei auch den Blick auf Teilzeitmodelle wagen, die meiner Meinung nach absolut zukunftsträchtig sind.

Wie geht es mit den «gleich langen Spiessen» weiter?

Das Thema ist für die Wirtschaftskammer eigentlich abgeschlossen und die Untergerechtigkeit getilgt: Die Schweizer «Gewerbler» wurden den unseren gleichgestellt. Wenn jetzt jemand am Zug ist, dann die Eidgenossen. Sollten die Spiesse nun noch gekürzt werden, sind die Liechtensteiner die letzten, die dazu «Nein» sagen würden. Denn keine Regulierungen wäre uns immer noch das liebste.

Zum Schluss: Warum sind gerade Sie die beste Wahl für das Präsidentenamt der Wirtschaftskammer?

Diese Frage müssten Sie grundsätzlich den Verantwortlichen der Wirtschaftskammer stellen. Da ich, wie Sie eingangs erwähnten, sozusagen ein «Eigengewächs» der Wirtschaftskammer bin, da ich viele Jahre im Autogewerbeverband und im Verbandsvorstand tätig war, hatte ich vielleicht einen Vorteil gegenüber Aussenstehenden. Ich werde natürlich nach bestem Wissen und Gewissen und dem bestmöglichen Einsatz versuchen, diesem Anspruch gerecht zu werden. Für mich ist der Vertrauensbeweis der zuständigen Organe der Wirtschaftskammer eine grosse Ehre und ich werde diese herausfordernde Aufgabe mit dem nötigen Respekt angehen.

Mit Muskelkater zum Erfolg

Die Teilnahme an «WorldSkills» gleicht einer Grossveranstaltung im Spitzensport.

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Nicht nur in der Ausübung der praktischen Tätigkeit muss alles passen, auch mental und körperlich müssen die Kandidatinnen und Kandidaten top fit sein, damit sie über mehrere Tage Höchstleistungen abrufen können. Während der Impulstage werden die jungen Berufsleute mit gezieltem Training vorbereitet. Rolando Ospelt, der Sport- und Mentaltrainer von «WorldSkills Liechtenstein», begrüsste am Wochenende die liechtensteinische Frau- und Mannschaft, die im Oktober dieses Jahres in Abu Dhabi um Medaillen kämpfen wird. Fit machen will er sie, physisch und mental. Dazu bringen die fünf Teilnehmenden einen Talismann beziehungsweise Anker von zuhause mit, der sie auch in den Wüstenstaat begleiten wird. Ospelt erklärt, was es damit auf sich hat: «An diesem Anker machen wir positive Gedanken fest, jeder individuell für sich. Der Anker soll helfen, sich selber zu motivieren, zu fokussieren und die eigenen Kräfte abrufen zu können.» Dieser Anker ist nur eine Methode der mentalen Vorbereitung. Auch QiGong zum Stressabbau und Autosuggestion lernen der junge IT-Fachmann Riccardo Somma und seine Kolleginnen und Kollegen kennen. Bewusste Atmung und Hydrotherapie-Anwendungen gehören auch in den Werkzeugkasten, den Rolando Ospelt vermittelt. Obwohl alles neu ist, kommt das Gehörte und Erlebte – schliesslich wird auch geübt – gut an. «Das Mentaltraining hat mir besonders gut gefallen», blickt Riccardo zurück. «Ich habe noch nie etwas in diesem Bereich gemacht. Es ist faszinierend, was mit reiner Willenskraft erreichbar ist.»

Kondition und Kraft

Nicht nur der Geist muss stark sein, auch der Körper muss entsprechend auf den Wettkampf vorbereitet sein. Weshalb die Teilnehmenden Sportausrüstung und Trinkflaschen mitnehmen mussten, erfahren sie spätestens beim Training in der Sporthalle. Rolando Ospelt, selber Sport-und Freizeitpädagoge, will auch Schweiss sehen. Neben Kraft ist auch Ausdauer gefragt, weshalb unter anderem ein Zwölf-Minuten-Lauf auf dem Programm stand. Deborah Bärtsch, welche als Malerin nach Abu Dhabi reist, ist davon allerdings nicht so begeistert: «Joggen ist nicht gerade meine Stärke und ich mache es auch nicht sonderlich gerne. Im Vergleich dazu war das Mentaltraining neu und mehr mein Ding», gibt sie lachend zu Protokoll. Die Teilnehmenden müssten beim Wettkampf 120 Prozent abrufen können, erklärt Rolando Ospelt sein Programm. «Das Ziel meines Trainings liegt darin, dass die Teilnehmenden Werkzeuge kennen, die ihnen helfen, die Wettkampftage gut zu überstehen und sich selber immer wieder aufs Neue fit zu machen». Damit das Training gut ankommt, solle es auch Spass machen. Wer die Teilnehmenden beobachtet, erkennt, dass dies dem Trainer auch gut gelingt. Der Muskelkater aber bleibt bei niemandem aus. Schliesslich heisst es nicht ohne Grund: Ohne Fleiss kein Preis. Damit dies auch zutrifft, erhalten die fünf Teilnehmenden auch Hausaufgaben. Bis zum nächsten Impulstag sind drei 30-minütige Belastungstrainings pro Woche verordnet.

Schule einmal anders: Auch Lehrer lernen dazu

Abwechslung Im Rahmen des Jahresmottos «OSV begegnet» durften die Lehrer der Oberschule Vaduz einen Fortbildungstag der anderen Art durchführen.

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Am Mittwoch, den 25. Januar waren alle Lehrpersonen aufgefordert, einen Praktikums- beziehungsweise Schnuppertag ausserhalb der Schule zu verbringen. Ziel dieses Perspektivenwechsels war es, den Blickwinkel zu öffnen und somit Einblicke in andere Institutionen und Berufe und den damit verbundenen Arbeitsalltag zu gewinnen. Da alle Lehrpersonen frei wählen durften, in welchem Betrieb und in welchem Beruf sie schnuppern wollten, war das Spektrum entsprechend gross.

Während die einen die Nähe zur Natur suchten und als Pferdewirt oder bei der Lawinenverbauung den Tag im Freien oder mit Tieren verbrachten, versuchten sich die anderen im Verkauf, in verschiedenen handwerklichen und technischen Berufen oder arbeiteten in einem Chemielabor. Von der Anwaltskanzlei, der Gemeindeverwaltung über das Tätowier-Studio bis hin zur Tageszeitung wurden zahlreiche Institutionen besucht.

Vergleich mit Schulalltag
Dabei ging es nicht nur um das Kennenlernen der verschiedenen Berufe, Betriebe und Institutionen, sondern auch um einen Vergleich mit dem Schulalltag. So wurde von verschiedenen Lehrpersonen der Tag trotz grosser körperlicher Anstrengung weniger stressig als ein Schultag empfunden. Anderen Lehrpersonen gefiel es gut, auch einmal mit den Händen arbeiten zu dürfen.
Viele Gemeinsamkeiten zwischen Schule und den besuchten Institutionen konnten festgestellt werden, wenn es zum Beispiel um ein hohes Mass an Verantwortung, Vernetzung und Kooperation ging. Wie im Schulalltag sind persönliche Wertschätzung, Vertrauen in die Arbeit des anderen und gute Kollegialität Basis für eine optimale Zusammenarbeit.
So ein Schnuppertag gibt einen, wenn auch kurzen Einblick, in einen anderen Beruf und kann zu mehr Verständnis führen. Die Lehrer durften ihren Horizont erweitern, Neues lernen und wertvolle Erfahrungen sammeln. Sie können sich nicht nur einen weiteren Perspektivenwechsel vorstellen, sondern ihn auch Lehrpersonen anderer Schulen empfehlen.

Vorteile des Seitenwechsels
Durch die individuelle und vielfältige Begegnung mit der Berufs- und Arbeitswelt jenseits der Schule erscheint auch eine kritische Auseinandersetzung mit der täglichen Schulpraxis sinnvoll.(eps)

Brauchen wir 70% Gymnasiasten?

Bildung In Deutschland ist ein pädagogisches Schulkonzept seit 40 Jahren erfolgreich. Vorarlbergs Schulen führen das Lernen in Tischgruppen erfolgreich ein. Der Verein für Bildungsvielfalt wünscht sich ein ähnliches Konzept für Liechtenstein.

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Wie könnte man das Bildungssystem Liechtensteins weiterbringen? Mit dieser Frage hat sich der Verein für Bildungsvielfalt (VBV) beschäftigt. Anlässlich eines Informationsanlasses stellte der Verein gestern ein Projekt vor, das in Kooperation mit der Georg-Chirstoph-Lichtenberg-Gesamtschule (igs) in Göttingen, der Wirtschaftskammer Vorarlberg sowie den Mittelschulen Hard und Wolfurt entstanden ist. Ein Lernkonzept, das sich wesentlich vom herkömmlichen Lernsystem unterscheidet. Denn die Kinder sollen nicht nach Schulnoten bewertet werden, sondern sie sollen Lernerlebnisse sammeln, ihre Stärken entdecken und fördern können. Lehrpersonen, Vertreter der Wirtschaft und Politik hatten sichgestern im SAL in Schaan eingefunden. Unter ihnen auch Erbprinz Alois und Bildungsministerin Aurelia Frick.

Lernen in Tischgruppen mit Eigenverantwortung
«Die Schule soll ein Lern- und Lebensraum sein. Nur wo wir uns gerne aufhalten, lernen wir auch gut», sagte Wolfgang Vogelsaenger, Schuldirektor der igs, in seinem Referat. Er stellte den Zuhörern seine Schule in Göttingen und ihre Philosophie vor.

Eine 40-jährige Erfolgsgeschichte, wie er sagte. Die Trennungen der klassischen Schulformen wurden aufgehoben. So könne jedes Kind seine eigenen Leistungs- und Interessensschwerpunkte entwickeln und erhält nach der 9. oder 10. Klasse den Abschluss, der seinen Leistungen und Fähigkeiten entspricht. «Jedes Kind soll in seiner eigenen Lernentwicklung begleitet werden, damit keines verloren geht das ist unser Ziel», so Voglsaenger. Der Erfolg wird dadurch unterstrichen, dass in Göttingen 70 Prozent ins Gymnasium übertreten. 2011 wurde die igs ausserdem mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet. Das Konzept basiert auf heterogenem Arbeiten und Lernen. Jeder Jahrgang befindet sich in einem eigenen Lernund Lebensbereich - das sogenannte Cluster - mit sechs Klassenräumen, einem Teamraum für die Lehrpersonen, einem PCRaum und Flächen für Gruppenarbeiten, Pausen, Aufführungen und Ausstellungen. Alle Schüler bleiben vom 5. bis zum 10. Jahrgang zusammen. Innerhalb der Stammgruppen bilden jeweils vier bis sechs Schüler ein Arbeitsteam- die sogenannte Tischgruppe. Auf dieser Tischgruppe basiert das Konzept der igs. Gruppenarbeit statt Frontalunterricht ist die Devise. Zusammen sollen die Schüler Aufgaben lösen, die ihnen gestellt werden. Dabei kann jeder seine Stärke einbringen und sie können sich untereinander helfen. Nachsitzen gibt es nicht. «Später im Berufsleben gehen diese Kinder Aufgaben ganz anders an», sagte der Schuldirektor.

Auch die Lehrpersonen arbeiten untereinander in Tischgruppen. Sie sollen als Vorbild für die Schüler gelten. «Es ist die Haltung, die eine Schule ausmacht», so Vogelsaenger. Die Lehrpersonen arbeiten nach einem flexiblen Lehrplan. Sie können untereinander Stunden abtauschen und so die Kinder dort fördern, wo sie es brauchen. Und die wichtigste Regel der Schule: Die Schüler dürfen keine Angst haben- weder vor der Schule noch vor den Lehrern, den Eltern oder Zensuren. Das Lernen soll Spass machen.

Das Konzept aus Göttingen macht nun auch in Vorarlberg Schule. Christian Grabher, Direk- tor der Mittelschule Hard-Markt in Hard, stellte gestern die geplante neue «Schule am See» vor. Schon länger will die Mittelschule neue Wege gehen. Unter anderem auch durchden Druck der Eltern, die von der Montessori-Pädagogik begeistert waren. 2013 ergab sich die Möglichkeit, die igs in Göttingen zu besichtigen. Die Begeisterung war gross. Die Teamstruktur soll auch in Hard eingeführt werden. Ein Teil des Konzeptes konnte bereits umgesetzt werden. «Eine Evaluation zeigt, dass sowohl Schüler, Lehrpersonen als auch Eltern sehr zufrieden sind», sagte Grabher. Die Anmeldezahl an der Schule sei in den vergangenen Jahren stark gestiegen: Von 196 auf 295 Schüler. Natürlich sei nicht alles reibungslos gelaufen. «Schulentwicklung braucht Zeit», betonte er.

Auch in Liechtenstein möglich?
«Wir sehen, eine Änderung in unseren Schulen ist möglich und zwar ohne grosse Gesetzesänderungen», sagte Markus Becker, Präsident des VBV, im Anschluss. Der Verein lädt alle interessierten Lehrpersonen nach Göttingen ein, um sich ein Bild von dem Konzept zu machen. «Es soll eine Inspiration sein, so ein Projekt auch in Liechtenstein zu starten.»

Lehrlingsprojekt «Brücken bauen» des Vereins Holzkreislauf in Kreativ-Phase

Lernende aus verschiedenen Berufssparten planen und bauen gemeinsam eine Holzbrücke. Diese Woche haben die 6 Projektteams ihre Ideen vorgestellt.

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Lustig ging es am Mittwochabend im Forstwerkhof der Bürgergenossenschaft Balzers zu und her, als die zwei Dutzend Lehrlinge, die beim Projekt «Brücken bauen» mitmachen, die ersten Ideen ihres Bauvorhabens präsentieren mussten. Dabei stellt die Aufgabe, die die Lehrlinge zu bewältigen haben, eine zünftige Herausforderung dar. Humor braucht es dazu zweifellos auch. Gefragt sind vor allem aber Fachwissen, Kreativität und Durchhaltewillen. Herausfordernd ist die Aufgabe aber auch deshalb, weil die Projektteams ziemlich heterogen zusammengesetzt sind. Jedes Gruppenmitglied kommt aus einer anderen Berufssparte, zudem sind Erstjahresstifte genauso dabei wie Lernende, die kurz vor dem Lehrabschluss stehen. Man musste sich in der Anfangsphase deshalb zu-erst einmal kennenlernen. Eine Möglichkeit dazu bot die Besichtigung der über das ganze Land verteilten Projektgebiete. Dort wurden bereits erste Ideen entwickelt, die in einer späteren Phase konkretisiert und zu Papier gebracht werden mussten.

Aufgaben richtig erfasst
Wie der Abend gezeigt hat, sind die verschiedenen Teams gut unterwegs. Man hat die zu bewältigenden Aufgaben richtig erfasst. Die entwickelten Umsetzungsideen orientieren sich an den örtlichen Gegebenheiten, die Konstruktionen sind ästhetisch sehr ansprechend und erfüllen in der Regel auch die statischen Anforderungen. Auch in Bezug auf die Baukosten liegen die meisten Vorschläge in einem vernünftigen Rahmen. Von den zwei bis drei Varianten, die jedes Team vorstellen musste, wurde am Schluss eine ausgewählt, die nun im Detail geplant und danach ausgeführt werden soll. Fachliche Unterstützung bekommen die Lehrlinge von zwei Betreuergruppen, die sich aus Ingenieuren, Architekten, Forst- und Holzfachleuten zusammensetzen. Jetzt geht es wieder zurück in die einzelnen Teams, um die Detailprojektierung voranzutreiben. Im Verlaufe des Winters werden die Forstwartlehrlinge ihren Schreiner-, Zimmermann- und Zeichnerkolleginnen und -kollegen zeigen, wie man Bäume fällt. Danach steht ein Sägereibesuch auf dem Programm.

An Details wird gefeilt
Dazwischen wird immer wieder an den Projektdetails gefeilt, sodass im Verlauf des Frühjahrs mit der Fertigung der Elemente in den Zimmereien begonnen werden kann. Den Projekt-Höhepunkt stellt dann natürlich die Aufrichtung der Brücke an ihrem jeweiligen Bestimmungsort dar. Branchenüblich wird das mit einem kleinen Aufrichtfest begangen. Bis es allerdings so weit ist, haben die «Brückenbauer» noch die eine oder andere Hürde zu nehmen. Wie es heute den Anschein macht, werden sie diese aber zur ihrer eigenen und zur Zufriedenheit ihrer Auftraggeber meistern.

Das Potenzial besser ausschöpfen

Zukunft Im noch jungen Jahr 2017 sucht die Wirtschaftskammer Liechtenstein einen neuen Präsidenten. Für die künftigen Projekte möchte sie langfristig in Arbeitsgruppen tätig sein.

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Eines ist für die Wirtschaftskammer Liechtenstein für das Jahr 2017 klar: die Rahmenbedingungen dürfen nicht schlechter werden. Denn sie umfassen stabile Unternehmenssteuern, finanzierbare Lohnnebenkosten sowie die Bewältigung des drohenden Fachkräftemangels in verschiedenen Branchen.

«Für die Zukunft machen wir uns keine Visionen, sondern arbeiten langfristig mit Arbeitsgruppen an den Handlungsfeldern des Gewerbes», so Jürgen Nigg, Geschäftsführer der Wirtschaftskammer. Unter den neuen Zielen und dem Fokus für das Jahr 2017 steht unter anderem die Produktivitätssteigerung. «Im Gegensatz zur EU ist diese hier niedrig. Die Qualität muss zwar sichergestellt, aber die Prozesse schneller werden», so Nigg. Ein weiteres Potenzial sieht er in der besseren Ausschöpfung von Frauen und älteren Menschen als Arbeitskräfte. «Die Studie der Stiftung Zukunft.li sieht die gleichen Probleme wie wir. Deshalb bauen wir auf deren Analysen auf», fügt der Geschäftsführer hinzu.

Immer mehr Betriebe schliessen ihre Türen
Weiter möchte die Wirtschaftskammer selbst ihre Dienstleistungen für Mitglieder weiter ausbauen. Zusätzlich nimmt sie die Gewinnung von Neumitgliedern in allen Sektionen ins Visier. «Die Tendenz von Betriebsschliessungen wird höher. Das spüren auch wir mit den Austritten. Im Schnitt verschwinden zwischen 40 und 50 Firmen pro Jahr», infomiert Präsident Arnold Matt.
Neu hat die Wirtschaftskammer ihre Zusammenarbeit mit der Concordia erweitert. Bereits steht auch ein Thema fest: Die Bekämpfung von Versicherungsmissbrauch in der Krankengeldversicherung. «Wir setzen uns aktiv dagegen ein. Denn zehn Prozent der Fälle sind von Missbrauch betroffen», informiert Daniel Hofstetter von der Concordia. «Outsource Partner haben Analysen durchgeführt und Konzepte erstellt, um dem Missbrauch den Kampf anzusagen.»

Förderung von schwachen Lehrlingen vorantreiben
Ein funktionierendes Bildungssystem gehört auf jeden Fall zum Wirtschaftsstandort. Darum ist es auch ein Anliegen der Wirtschaftskammer, die Bildungsprojekte zu verbessern und weiterzuentwickeln. So erweitert 100pro! seine Dienstleistungen. «Wir setzen unseren Fokus vermehrt auf in der Schule schwache Jugendliche. Denn diese Wissen nicht, wie sie sich beim Lernen organisieren sollen», erläutert Ivan Schurte von 100pro!. Gezielte Förderungen sollen die Lernautonomie steigern, dafür rief 100pro! die LEBA (Lehrberatung) ins Leben. «Wir werden individuelle Lernmethoden entwickeln, um den schwachen Schülern zu helfen. Das nützt auch den Lehrbetrieben», ist Schurte überzeugt.

Abgeschlossene Projekte und mehr Freizeit
An der Generalversammlung der Wirtschaftskammer am 5. Mai 2017 wird Arnold Matt von seinem Amt als Präsident zurücktreten. «Viele Projekte sind nun abgeschlossen. Ausserdem möchte ich mich mehr in meinem eigenen Betrieb einbringen, da mein Stellver- treter abgeworben worden ist», begründet Matt seine Entscheidung. Zudem werde er bald 60 Jahre alt und es sei somit Zeit, einem jüngeren Platz zu machen. «Nun werde ich auch mehr Freizeit haben», freut er sich. Matt prägte die Wirtschaftskammer während seiner 16-jährigen Tätigkeit als Präsident massgebend darin, dass er den Verband von der Pflichtorganisation zur erfolgreichen freiwilligen Institution geführt hat. Das Präsidium kam zum Schluss, dass eine Findungskommission zum Einsatz kommt, damit das Amt des Präsidenten an der Generalversammlung nahtlos übergeben werden kann.

Alles LOGO: Primarschüler aus Triesen programmieren erfolgreich

Informatik Mit dem ersten Programmierunterricht an der Primarschule Triesen fiel im Oktober der Startschuss für das ETH-Projekt «Programmieren mit LOGO» an Liechtensteins Schulen. Gestern fand in Triesen die vorerst letzte Stunde statt.

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Dienstagmorgen im Computerraum der Primarschule Triesen: Munter unterhalten sich die 25 Schüler der vierten Klasse, bis sie schliesslich von Arno Liegmann unterbrochen werden. Der Unterrichtsleiter der ETH Zürich begrüsst die Schüler, wünscht ihnen ein gutes neues Jahr und geht dann über zum Unterricht. Er zeigt auf die Begriffe «Vielecke, Kreise, Farben», die an der Wandtafel zu lesen sind, und bespricht deren Bedeutung mit seinen jungen Zuhörern. Es wird aufmerksam gelauscht und fleissig aufgestreckt, wodurch schon bald auch die Computerbefehle für ebendiese Begriffe an der Tafel stehen. So haben die Schüler beispielsweise gerade gelernt, wie sie – neben der Standardfarbe Schwarz – ihre Computerzeichnungen Violett färben können. Nun gilt es aber, das Gelernte in die Praxis umzusetzen.

Sogleich wenden sich die Viertklässler den Computern zu und erledigen die Aufgaben aus ihrem Heft, welches sie durch den Programmierunterricht führt. An dieser ersten Phase des Projekts «Programmieren mit Logo» beteiligen sich bisher fünf Liechtensteiner Primarschulen.

Erste Lektionen im Oktober
Triesen ist eine davon. Dort wurde Mitte Oktober die erste Unterrichtseinheit im Land durchgeführt. Nach zehn Doppellektionen unter der Hauptleitung der Betreuer vom Ausbildungs- und Beratungszentrum für Informatikunterricht der ETH Zürich, die das Projekt ins Leben rief, ist die Klasse nun am Ende des Projekts angelangt. Ginge es jedoch nach den Triesner Lehrpersonen und Schülern, so dürfen gerne noch weitere Lektionen stattfinden: «Das Programmieren ist eine anspruchsvolle und komplexe Sache. Aber ich würde es sofort wieder machen», resümiert Klassenlehrer Michael Meyerhans. Ergänzungslehrerin Judith Büchel kann dem nur zustimmen und fügt hinzu, dass ihr einige Aspekte des Projekts besonders positiv aufgefallen sind. So durften die Schüler den Computer von einer anderen Seite kennenlernen. Daneben seien Fortschritte in Geometrie sowie räumlicher Orientierung zu bemerken. Und auch das soziale Klima in der Klasse habe vom Projekt stark profitiert – oft haben die Schüler in Gruppen gearbeitet und gemeinsam allfällige Probleme gelöst. «Das erklärt, weshalb wir nun im Gegensatz zur ersten Lektion die Zeit haben, einige Fragen der Zeitung zu beantworten», lächelt die Ergänzungslehrerin.

Durchhaltevermögen ist gefragt
Das Projekt, bei dem die Schüler den grundlegenden Umgang mit der Programmiersprache LOGO erlernen, ist aufbauend und wird mit zunehmendem Lernfortschritt komplexer. «Am Anfang fiel es den Schülern deshalb noch sehr leicht. Die Übungsphase bis zum Schluss mitzumachen braucht jedoch Durchhaltevermögen», präzisiert Judith Büchel. Für die Viertklässler galt es, genau zu lesen und Fehler selbst zu suchen, sonst wären sie mit den Aufgaben nicht weitergekommen, jedoch half ihre Wissbegierde. Ob auch negative Erfahrungen gemacht wurden? «Eigentlich nicht», heisst es von Seiten der Lehrerschaft. Man lerne die Kinder von einer neuen Steite kennen, betont etwa die Lehrerin Martina Hasler und Judith Büchel ergänzt: «Das Projekt hat zum Teil auch bisher unentdeckte Stärken hervorgebracht.» Sie zeigt auf ein Kind, das «richtig aufgeblüht» sei. Dieses strahlt natürlich zurück. Inzwischen sind komplexe Zeichnungen in sämtlichen möglichen Farben und Formen auf den Bildschirmen zu sehen. Der Unterrichtsleiter gibt letzte Informationen und verkündet schliesslich den Pausenbeginn. Als Abschluss folgt nächste Woche ein Wettbewerb. Während die Schüler den Computerraum nur widerwillig verlassen, notiert Arno Liegmann sich hierfür, wie weit sie jeweils gekommen sind. Und das ist offenbar sehr weit. Da freuen sich auch die Lehrer und sie betonen: «Unser Dank geht ans Bildungsministerium, Regierungsrätin Aurelia Frick, das Schulamt, insbesondere ans Zentrum für Schulmedien, sowie die ETH-Dozenten und natürlich die Schüler.»

Voller Elan zum 10-Jahr-Jubiläum

Neuauftritt Die Agentur für internationale Bildungsangelegenheiten, AIBA, hat an der gestrigen Medienkonferenz ihr neu gestaltetes Erscheinungsbild vorgestellt. Dies besteht aus einem neuen Logo und einer neu aufgesetzten Website.

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Nach einer kurzen Vorstellung seiner Person und seines Teams ging der AIBA-Geschäftsführer, Stefan Sohler auf die Wichtigkeit von Bildung ein. So erklärte er unter anderem, dass diese der Schlüssel zu einer friedliebenden Gesellschaft darstellt: «Denn haben wir gebildete Personen, dann ist das Verständnis und die Toleranz gegenüber anderen wesentlich höher.» Anschliessend thematisierte Stefan Sohler die Geschichte der AIBA: «Bis jetzt sind wir immer unter der Identität des Staatswappens gelaufen.» Dies ändere sich. Seit der Gründung im Jahr 2007 ist die AIBA nicht nur vom Inhalt, sondern auch vom Volumen her gewachsen, führte der Geschäftsführer ferner an: «Jetzt setzten wir das Dreifache von dem um wie noch vor zwei bis drei Jahren.» In einigen Tagen schliesslich, im Jahr 2017, feiert die zentrale Anlaufstelle für alle internationalen Bildungsprogramme ihr zehnjähriges Bestehen, wobei es reichlich Grund zur Freude gibt. Denn die AIBA erhält nicht nur ein neues Logo, sondern auch eine neue Website. Damit soll die AIBA, die etwa regionale und internationale Programme im Bildungsbereich betreut und koordiniert, ihre Dienstleistungen weiter verbessern können: «Mit dem neuen Logo möchten wir eine hohe Wiedererkennung, eine dynamische Ausstrahlung und die Vermittlung von Bildungslust erreichen», sagte Stefan Sohler.

Logo-Farben auch auf der Website

Das neue AIBA-Logo stellt gemäss dem Geschäftsführer einen Globus dar, der für Weltoffenheit und internationale Mobilität steht. Die verschiedenfarbigen Balken hingegen symbolisieren die Vernetzung in einer globalisierten Welt – um nur zwei der Bedeutungen des Logos zu nennen. Damit verbunden wurden die fröhlichen Logo-Farben auch bei der Neuaufsetzung der Website www.aiba.li übernommen, wo sie als Farbleitsysteme dienen. Denn: «Wir haben versucht, eine Homepage zu machen, bei der es Freude bereitet die einzelnen Bereiche anzuschauen», erklärte Stefan Sohler. Die Website wurde derweil einfach gehalten und die verschiedenen Bildungsangebote, wie beispielsweise «Erasmus+» zusammengefasst dargestellt. Und auch Bildungsministerin Aurelia Frick zeigte sich erfreut über das neue Erscheinungsbild und teilte mit: «Die AIBA hat ein breites und spannendes Aufgabengebiet, das vielen von uns wenig bekannt ist. Es war mir ein grosses Anliegen, die ­AIBA in ihrer Sichtbarkeit und Identität zu stärken. Mit der Überarbeitung der Eignerstrategie haben wir einen neuen Rahmen geschaffen, mit dem neuen Auftritt verleiht sich die AIBA nun das sichtbare neue Kleid dazu und setzt ein starkes ­Zeichen für ihre Zukunft.»

MINT-Labor: Standort steht fest

Die Finanzierung für das Experimentier-Labor steht. Und auch geeignete Räumlichkeiten konnten bereits im Mühleholz Vaduz gefunden werden. Die Initianten können die Eröffnung kaum erwarten.

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«Wir wollen Pfeffer ins MINT bringen», sagte Klaus Risch, Präsident der Liechtensteinischen Industrie- und Handelskammer (LIHK), gestern anlässlich einer Medienkonferenz. Zusammen mit weiteren Vertretern der neu gegründeten Förderstiftung MINT Initiative Liechtenstein informierte er über das geplante Experimentier-Labor mit dem Namen «pepperMINT», was dahinter steckt und wie weit die Planungen sind. Die Begeisterung war allen Beteiligten anzusehen und diese Begeisterung soll nun auf Lehrpersonen und Schüler übergehen. «Wir sind überzeugt, dass die Lehrpersonen aller Stufen mit Freude von diesem Angebot gebrauch machen werden», sagte Aurelia Frick. Durch dieses Projekt sollen die MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik Kindern und Jugendlichen praxisorientiert nähergebracht werden.

Eine Leitung für das MINT-Labor wird gesucht

Die Finanzierung des Labors für die ersten fünf Jahre steht. Die Hilti Familienstiftung, Impulsgeberin des Projekt, investiert insgesamt eine Million Franken. Damit werden die Miete für fünf Jahre, die Einrichtung und weitere Investitionen finanziert. Die Betriebskosten werden partnerschaftlich auf Staat und Privatwirtschaft sowie Gönner aufgeteilt. Eine Arbeitsgruppe arbeitet nun mit Hochdruck an der Umsetzung des Projekts. Ein geeigneter Standort konnte im Mühleholz Vaduz an der Landestrasse 114 gefunden werden. Das Labor ist im selben Gebäude wie die Chemichl AG eingemietet. «Dies ist ideal, da eine gewisse Infrastruktur bereits vorhanden ist», sagte Brigitte Haas, Vertreterin der LIHK in der Arbeitsgruppe. In der Schweiz gibt es bereits solche Experimentier-Labors, das «pepperMINT» soll nach diesen Bei- spielen umgesetzt werden. So soll es nicht nur ein Labor geben, sondern auch einen Computer- und einen Werkraum. Momentan befindet sich die Arbeitsgruppe auf der Suche nach einer geeigneten Person für die Leitung des Labors. Die Stelle wurde bereits ausgeschrieben.

Mädchenförderung ist wichtig

Wenn Kinder und Jugendliche die Chance bekommen, mit allen Sinnen zu begreifen, ist der Lerneffekt deutlich höher als beim abstrakten Lernen. Diese Erkenntnis wird in Schulen längst umgesetzt. In den MINT-Fächern sind den Lehrern jedoch Grenzen gesetzt: Benötigtes Material und Infrastruktur sind oft nicht vorhanden. Im Zeitalter der Digitalisierung werden Kenntnisse im Bereich der MINT-Fächer jedoch immer wichtiger. Dies ist nicht nur in der Industrie so, auch in den gewerblichen Berufen wird oft technisches Wissen vorausgesetzt, wie Arnold Matt von der Wirtschaftskammer betonte. Die Initianten sind sich einig: Der Anschluss darf nicht verpasst werden. Gerade Mädchen fehlt häufig die Begeisterung für MINT. «Deshalb ist die Mädchenförderung ein wichtiges Thema», sagte Egbert Appel von der Hilti Familienstiftung.

Um die Begeisterung für diese Fächer zu fördern und Lehrpersonen im Unterricht unterstützen zu können, ist die Idee für das Experimentier-Labor entstanden, wo die Schüler beispielsweise Solarautos oder eine elektrische Mausefalle bauen können. «Es ist wichtig, dass die Schüler an einem kreativen Ort forschen können und so einen guten Draht zu den Fächern bekommen», sagte Bildungsministerin Aurelia Frick, die vom Projekt überzeugt ist. «Das ist für unsere Schüler eine sehr wichtige Institution.» Das Labor soll in Zusammenarbeit mit den Lehrpersonen verwirklicht werden. Es gibt noch einiges an Aufbauarbeit zu leisten. Das Labor soll ideale Rahmenbedingungen zum Entdecken von MINT-Fächern schaffen. «Der Besuch ist kostenlos und freiwillig», sagte Klaus Risch. Doch müsse niemand befürchten, dass Schüler ausserhalb der Schulzeit das Labor besuchen müssen. «Das Angebot basiert auf dem Lehrplan und die Lehrpersonen können es im Stundenplan be- rücksichtigen», so Risch. Jetzt liegt es an den Lehrpersonen, dieses Angebot wahrzunehmen. «Wir hoffen schon auf einen gewissen Zuspruch. Denn wollen die jungen Menschen in Zukunft einen Arbeitsplatz finden, ist dieses Wissen elemen- tar», sagte Appel.

Lücken im Schulsystem schliessen

Ab Sommer 2017 können Schüler im Experimentier-Labor «pepperMINT» erfinden und erleben. Das Bewusstsein für technische Berufe soll gestärkt werden.

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Die neu gegründete Förderstiftung «MINT Initiative Liechtenstein» gibt Gas. Nachdem der Landtag vor zwei Wochen den Staatsbeitrag für das Experimentier-Labor genehmigt hatte, wird jetzt mit Hochdruck an der Umsetzung gearbeitet. Bereits ab dem kommenden Schuljahr tun sich für Schüler und Lehrpersonen neue Möglichkeiten auf. Im «pepperMINT», so wird das Labor heissen, können Kinder und Jugendliche die MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik mit allen Sinnen ausserhalb des Klassenzimmers entdecken und erleben. Der Lerneffekt und der Spass an den Fächern soll so um einiges gesteigert werden. Das Hauptziel der MINT-Initiative: Das Bewusstsein für technische Berufe stärken, Kinder und Jugendliche optimal fördern und neues Potenzial entdecken.

Technisches Wissen wird immer wichtiger

Der Input für die Initiative kommt von der Hilti Familienstiftung, die vor eineinhalb Jahren eine Studie zu technischen Berufen lanciert hatte. «Zum 75-Jahre-Jubiläum der Hilti wollten wir dem Land etwas zurückgeben. Damit die Entwicklung auch in Zukunft nicht stehen bleibt», sagte Egbert Appel, Präsident der Familienstiftung, gestern an einer Pressekonferenz, wo das Vorhaben näher vorgestellt wurde. Die Studie zeigt auf, dass technische Berufe in Zukunft noch mehr gefragt sein werden- sowohl in Gross- und Kleinbetrieben wie auch in mittelgrossen Betrieben. «Die Situation ist noch nicht problematisch, sie wird es jedoch in zehn Jahren sein, wenn wir jetzt nichts unternehmen. Denn Bildung braucht Zeit», führte er weiter aus. Weiters wurde festgestellt, dass Liechtenstein in diesem Bereich der Schweiz hinterherhinkt. Es gäbe zwar gute Initiativen von staatlicher, privater oder schulischer Seite, aber die Projekte seien nicht koordiniert. «Es gibt Doppelspurigkeiten und Lücken im Schulsystem, wenn man es vom Kindergarten bis zur Matura betrachtet. Ziel ist, diese Lücken zu schliessen», sagte Egbert Appel. Die Finanzierung für das Labor ist, zumindest für die nächsten fünf Jahre, gesichert. Und auch der Standort ist bereits gefunden.

FITNA-Techniktage gehen in nächste Runde

Welt der Technik
Anmeldungen für die FITNA-Tage am 22. und 29. März sowie 5. April werden ab sofort im Internet auf www.fitna.ch entgegengenommen.

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Seit 2012 ermöglicht die Arbeitsgruppe FITNA zusammen mit zahlreichen regionalen Firmen Schülern, in die Welt von Technik und Naturwissenschaften einzutauchen. Während drei Nachmittagen erhalten Jugendliche aus der Region Sarganserland-Werdenberg sowie aus Liechtenstein die Möglichkeit, verschiedene Seminare besuchen. Ziel ist es, bei den Schülern das Interesse für Technik und Naturwissenschaften zu wecken und bei der späteren Berufsfindung behilflich zu sein. Anmeldungen für die Techniktage am 22. und 29. März sowie 5. April 2017 werden ab sofort im Internet www.fitna.ch entgegengenommen.

Überregionale Zusammenarbeit
Sepp Dietrich, ehemaliger Rektor der Kantonsschule Sargans, initiierte das Projekt mit dem Ziel, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und Jugendlichen bei der Berufsfindung zu helfen. Dazu wurde die Arbeitsgruppe «Förderung der Interessen für Technik und Naturwissenschaften bei Jugendlichen» (FITNA) ins Leben gerufen, die aus Vertretern von Firmen, der Berufsberatungen Sarganserland und Liechtenstein, der gewerblichen Industrie Liechtensteins, dem Schul-amt Liechtenstein sowie der Region Sarganserland-Werdenberg besteht. Präsidiert wird die Arbeitsgruppe seit Herbst 2016 von Fredy Schöb, Gemeindepräsident Gams, und Vorstandsmitglied Region Sarganserland-Werdenberg. Das Angebot bietet Jugendlichen von der sechsten Klasse bis zur zweiten Oberstufe (Sarganserland/Werdenberg) sowie von der ersten bis zur dritten Sekundarstufe (Liechtenstein) die Möglichkeit, in einem technischen und naturwissenschaftlichen Umfeld selbst etwas praktisch machen zu können. Dazu besucht jeder Teilnehmer drei Seminare in verschiedenen Firmen. In erster Linie soll das Interesse für diese Berufsfelder geweckt werden, sodass die spätere Berufsfindung leichter fällt. In den vergangenen Jahren konnten bereits fünf sehr erfolgreiche Ausgaben der Techniktage durchgeführt werden. Die verfügbaren Plätze waren jeweils vor Ablauf der Anmelde-frist ausgebucht und die Rückmeldungen waren sehr erfreulich; vor allem das praktische Arbeiten kam bei den Teilnehmern sehr gut an. An den drei Mittwochnachmittagen am 22. und 29. März sowie 5. April bieten 30 Firmen 222 Seminarplätze an, in denen die Jugendlichen beispielsweise löten, schrauben, bohren, schweissen oder chemische Experimente durchführen können. Ab sofort können sich Jugendliche von der sechsten Klasse bis zur zweiten Oberstufe (Sarganserland/Werdenberg) sowie von der ersten bis dritten Sekundarstufe (Liechtenstein) auf www.fitna.ch für die Techniktage anmelden. Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Die Jugendlichen werden von FITNA in die Firmen eingeteilt. Weitere Informationen sowie die Angaben der teilnehmenden Firmen können ebenfalls der Webseite entnommen werden.

Untypische Berufswege und Lebensentwürfe kennenlernen

Zukunftstag: Die Auswahl an Lehrberufen ist gross, ebenso die Nachfrage nach geeigneten Fachkräften. Trotzdem schränken sich junge Menschen in ihrer Berufswahl zu sehr ein.

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Der Zukunftstag zeigt: Talentierte Nachwuchskräfte stehen bereit – wenn sie ihren Beruf ohne Rollen- und Prestigedruck wählen können. Am 10. November sind deshalb Schülerinnen und Schüler der 5. bis 7. Klasse eingeladen, eine erwachsene Bezugsperson an die Arbeit zu begleiten oder an einem Spezialprojekt teilzunehmen. Unter dem Motto «einen Seitenwechsel wagen» sensibilisiert der Zukunftstag Kinder, Eltern, Schulen und Firmen für eine offene Berufswahl. Einige Betriebe öffnen am 10. November ihre Türen, damit Mädchen und Buben untypische Arbeitsfelder und Lebenswege kennenlernen können.

Schwieriger Prozess
Die Zukunft lässt sich steuern, oder? Die Berufsfindung ist für Jugendliche ein schwieriger Prozess. Eine geschlechterunabhängige Berufswahl beginnt beim Umfeld. Speziell den Eltern muss bewusst werden, dass sich technische Berufe hervorragend für Mädchen eignen. Der Zukunftstag will den Berufseinstieg weder dem Zufall noch veralteten Rollenmustern überlassen. Mädchen und Jungs sollen möglichst früh eine offene Berufswahl und die Vielfalt möglicher Lebensentwürfe sensibilisiert werden. Dank Aufklärungsarbeit und Engagement hat sich das Geschlechterverhältnis inzwischen in etlichen Branchen verändert. Die Universität Liechtenstein beteiligt sich am Spezialprojekt «Mädchen-bauen-los! – Holz verbindet». Forschende und Doktorierende der Universität Liechtenstein werden gemeinsam folgende Fragen beantworten: Wie gross ist der ökologische Fussabdruck oder wie viel Graue Energie steckt wo drin? In Kurzworkshops werden die Eigenschaften von Holz untersucht und danach zusammen eine Holzbrücke ganz ohne Dübel und Nägel gebaut. Abgerundet wird der Tag an der Universität Liechtenstein mit einer Schnitzeljagd auf dem Uni-Campus (Anmeldung auf www.nationalerzukunftstag.ch -> Angebote).

Wer wagt, gewinnt
Gefordert sind alle Beteiligten: die Politik, die Eltern, die Schulen und vor allem die Betriebe. Gemischte Teams sind erfolgreicher. Unternehmen, die unabhängig vom Geschlecht auf Talente setzen, also Frauen und Männern attraktive Berufs- und Laufbahnperspektiven bieten, gewinnen geeignete Fachkräfte und stärken ihr positives Image in der Öffentlichkeit.

Lehrstellenzusage über WhatsApp

Heute ist es wieder so weit: Die Schüler erfahren, ob ihre Bemühungen um eine Lehrstelle erfolgreich waren. Dieser Tag ist nicht nur für die Schüler aufregend, auch die Betriebe haben einiges zu tun. Am zweiten November ist der Blick auf das Handy für Lehrstellensuchende in Liechtenstein spannender als sonst - denn dieser Tag gilt durch die «Fairplay-Abmachung» des Liechtensteinischen Bankenverbands, der Liechtensteinischen Treuhandkammer und der Liechtensteinischen Industrie- und Handelskammer als Lehrstellenzusage-Tag.

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Über WhatsApp werden beispielsweise die künftigen Lehrlinge in der Hoval AG in Triesen über das Angebot informiert. Kurz darauf wird auch telefonisch mit den Kandidaten Kontakt aufgenommen. «Ab 7.30 Uhr darf dem Kandidat die Zusage ausgesprochen werden - wobei es sich im Grunde genommen eher um ein Angebot handelt, denn der Schüler erhält bei Bedarf mindestens 24 Stunden Bedenkzeit», erklärt Thomas Graf, Leiter der Berufsbildung bei der Hoval AG in Triesen. Da sich die Bewerber zu dieser Tageszeit normalerweise in der Schule befinden, dürfen sie, wie Dagmar Gadow von den Weiterführenden Schulen Vaduz erklärt, ihr Mobiltelefone eingeschaltet lassen. Werden dem Kandidaten mehrere Auswahlmöglichkeiten angeboten, wird ihm genügend Zeit zur Verfügung gestellt, um die Entscheidung mit den Eltern zu besprechen. Wie Graf erklärt, kann es passieren, dass der «Zusage-Tag» zwei bis drei Tage dauert. Auch für Unternehmen ist der 2. November ein aufregender Tag, obwohl die Organisation schnell von statten geht. «Zuerst muss eine Reihefolge der richtigen Bewerber definiert werden, dann halten wir uns den Morgen frei fürs telefonieren und los geht's», sagt der Berufsbildungsexperte. Zeitaufwendiger sind die im Vorfeld des heutigen Tages arrangierten Schnuppertage und Bewerbungsgespräche.

Darüber, wer zuoberst auf der Zusage-Liste steht, entscheidet in der Hoval AG am Ende das Bauchgefühl der für die Lehrstellenvergabe verantwortlichen Personen. Es kann natürlich immer sein, dass sich Kandidaten gegen die Hoval als Lehrbetrieb entscheiden. Das ist kein Problem für das Unternehmen, da auf einen anderen Wunschkandidaten ausgewichen werden kann. Dem jeweiligen Bewerber gratuliert Graf und wünscht ihm alles Gute. Die Hoval konnte dieses Jahr neun Lehrstellen vergeben. Auf die Frage, ob das Unternehmen zufrieden mit den diesjährigen Bewerbungen ist, antwortet Graf: «Wir durften auch in diesem Jahr wieder viele tolle Jugendliche kennenlernen. Aufgrund der geburtenarmen Jahrgänge ist die Anzahl der Bewerbungen in Summe jedoch rückläufig- diese Aussage kann aber nicht auf alle Lehrberufe adaptiert werden.» Das angestrebte Ziel des Betriebs ist es, die Lehrstellen mit den richtigen Kandidaten zu besetzen. Manchmal funktioniert das aber nicht schon am 2. November, weiss Graf aus Erfahrung: «Auch nach dem heutigen Tag wird sich die Erde weiter drehen, und wir können immer noch sehr gute Bewerber finden.»

Brücken, die weit mehr können, als zwei Orte miteinander zu verbinden

Lehrlingsprojekt Lernende aus verschiedenen Berufsrichtungen planen und bauen gemeinsam eine Holzbrücke. Der Verein Holzkreislauf hat das Projekt am Mittwoch vorgestellt.

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Mittwochabend, es wurde bereits dunkel: Noch etwas zurückhaltend standen die zahlreich erschienenen Jugendlichen in den Räumlichkeiten des Forstwerkhofs Nendeln. Alsdann füllten sich die Sitzreihen und Marco Maierhofer, Präsident des Vereins Holzkreislauf, begrüsste die Anwesenden zur Vorstellung des Lehrlingsprojekts «Brücken bauen». Dieses Projekt wird koordiniert vom Verein Holzkreislauf: «Einem Zusammenschluss der Hölzigen in Liechtenstein», erklärte Marco Maierhofer. Wie die Organisatoren sind auch die Projektteilnehmer grösstenteils «Hölzige». Also angehende Forstwarte, Zimmermänner, Schreiner sowie Hoch- und Tief Bauzeichner ab dem 2. Lehrjahr. «Verschiedenste Berufe, Menschen und Erfahrungen treffen hier aufeinander», führte der Präsident aus. Mit einem gemeinsamen Ziel: In den kommenden Monaten werden sie Holzbrücken planen und bauen, wodurch etwa der berufsübergreifende fachliche Austausch unter Lehrlingen oder die Sensibilisierung für das Bauen mit dem heimischen Rohstoff Holz gefördert werden soll.

 Zusammenarbeit aller Beteiligten
Christoph Frommelt, ein weiteres Vorstandsmitglied des Vereins, griff anschliessend nach Holzklötzen und fragte die Lehrlinge nach ihren Berufen, die sie dann darauf geschrieben haben. Mit den unterschiedlich beschrifteten Holzteilen erstellte Christoph Frommelt schliesslich eine symbolische Brücke und betonte: «Nur wenn wir zusammenarbeiten und alle bereit sind, etwas zu tun, werden wir es schaffen, eine Brücke zu bauen.» Die Motivationsrede kam gut an: Nachdem später verschiedene Anforderungen an eine Brücke wie beispielsweise Statik, Ästhetik und Verbindung herausgearbeitet wurden, bildeten die Jugendlichen kleine Gruppen und machten sichsogleich ans Werk. Mit einigen Hölzern galt es nun, selbst eine Brücke zu bauen. Konzentriertes Murmeln und ein Lachen hier und da füllten den Raum. Modellbrücken wurden errichtet, stürzten ein und wurden nochmals aufgebaut. «Dies sind alles gute Möglichkeiten, um etwas zu überspannen», hielt Christoph Frommelt bei der darauffolgenden Betrachtung der Ergebnisse fest. «Jedoch ist eine Lösung nicht ausreichend» – Pro Gruppe müssten später jeweils drei Vorschläge abgegeben werden, wovon dann der beste in die Tat umgesetzt werde. «Surft nicht im Internet, sondern schaut selbst», riet Christoph Frommelt den Lernenden für die Projektplanung. Schliesslich gäbe es nur die eine Auflage: Die Konstruktion müsse aus Holz sein. Ob die entwickelten Pläne auch taugen, wird sich zeigen: Die Einrichtung und Einweihung der Holzbrücken sei im Juni nächsten Jahres geplant. Zusammen mit einem Ausflug und der Erstellung einer Projekt-Broschüre bilde die Montage der Brücken den Abschluss, präzisierte Marco Maierhofer. Bis dahin gilt es, fleissig zu planen und zu bauen, wobei die Lernenden von Coaching-Teams, bestehend aus Bauingenieur, Architekt, Zimmermann, Schreiner und Förster, fachlich beraten und betreut werden. Am Schluss der Veranstaltung wurde noch die Einteilung der Gruppen bekannt gegeben. Sechs Teams aus mindestens vier Lernenden der verschiedenen Fachrichtungen werden sich nun an die Planung und Ausführung der Brücken machen. Man darf auf die Lösungen gespannt sein. Schon bald werden sie an verschiedenen Orten in Liechtenstein zu bewundern sein.

Experimentier-Labor soll Schülern das Tor in die «MINT-Welt» werden

Bildung Gemeinsam mit Vertretern der Wirtschaft möchte die Regierung den Schülern in einem Experimentier-Labor die MINT-Fächer näherbringen.

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MINT – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – sind zwar gerade in der heutigen Zeit äusserst wichtige Fächer, aber nicht unbedingt jene, die unter der Schülerschaft Begeisterungsstürme auslösen. Schon 2012 erstellte das Schulamt deshalb ein Konzept zur «Förderung des Interesses für Naturwissenschaften und Technik», woraus zahlreiche Kooperationsprojekte zwischen Schulen und Wirtschaft bereits umgesetzt wurden. Daraus entstand das Bedürfnis, Synergien zwischen einzelnen Projekten stärker zu nutzen und eine Austauschplattform zu integrieren. Zudem soll der Fokus nicht nur auf Technik und Naturwissenschaften liegen, sondern alle MINT-Kompetenzen gefördert werden.

Spielerischer Zugang
In einer Arbeitsgruppe auf Initiative der Liechtensteinischen Industrie- und Handelskammer (LIHK) erarbeiteten Vertreter aus Wirtschaft und Verwaltung deshalb die Idee eines Experimentier-Labors, indem Kindergärtler und Schüler auf spielerische Art Einblicke in die «MINT-Welt» erhalten sollen. Ausserdem sollen auch Lehrpersonen in der Vermittlung des Stoffes unterstützt werden. Die Angebote sollen während des Unterrichts besucht werden, zusätzlich sollen Kurse als Freizeitaktivitäten gebucht werden können.
Eine Idee, die bei Bildungsministerin Aurelia Frick sofort auf offene Ohren stiess: «Wir sind überzeugt, dass die MINT-Fächer in einer zukunftsorientierten Bildung eine zentrale Rolle spielen. Und wir glauben, dass wir bei sehr vielen Kindern mit den richtigen Mitteln die Faszination für technisch-naturwissenschaftliche Phänomene wecken können.» Das Labor soll deshalb sowohl von privater als auch staatlicher Seite partnerschaftlich unterstützt werden, wozu die Förderstiftung «MINT Initiative Liechtenstein» gegründet wurde. Stifter sind gemäss einer Mitteilung des Bildungsministeriums die Hilti Familienstiftung, LIHK, Wirtschaftskammer sowie die Regierung. Der Aufbau des Experimentier-Labors in Vaduz wird rund 400 000 Franken kosten – für das Land Liechtenstein fallen allerdings keine Zahlungen an, da diese von der Hilti Familienstiftung getragen werden.

175 000 Franken Staatsbeitrag
An den jährlichen Betriebskosten von rund 410 000 Franken will sich die Regierung jedoch beteiligen und verabschiedete dazu einen entsprechenden Bericht und Antrag (BuA) an den Landtag. Die darin enthaltenen Mietkosten von rund 60 000 Franken werden in den ersten fünf Jahren wiederum von der Hilti Familienstiftung getragen. Die restlichen von der MINT Initiative Liechtenstein zu tragenden 350 000 Franken sollen gemäss BuA von staatlicher wie privater Seite gleichermassen kommen. Die staatlichen Leistungen seien dabei im Sinne eines Kostendachs in der Höhe limitiert.
Im Dezember muss nun der Landtag zeigen, wie MINT-affin er ist: Dann werden die Abgeordneten voraussichtlich den BuA behandeln – und über den Staatsbeitrag von 175 000 Franken entscheiden.Seite 3

«Wir glauben, dass wir (...) mit den richtigen Mitteln die Faszination für technisch- naturwissenschaftliche Phänomene wecken können.»

Aurelia Frick
Bildungsministerin

Nicht nur die Lehrlinge sind schuld

Lehrabbruch Lehrmeister und Berufsschule sind mitverantwortlich, dass bis zu einem Viertel der Lehrverträge aufgelöst werden.

Gemäss dem Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) kriegen aber die meisten Abbrecher früher oder später die Kurve.

 

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Der Begriff Lehrabbruch sei des halb irreführend. Viele, die ihren Lehrvertrag auflösen, brechen ihre Lehre nicht ab, sondern sie setzen diese «nahtlos» in einem anderen Betrieb fort, wie die Autoren des Trendberichts des Eidgenössischen Hochschulinstituts für Berufsbildung (EHB) schreiben. Andere Lernende wechseln das Ausbildungsniveau. Fünf bis 15 Prozent ergreifen einen anderen Beruf. Der Bericht des EHB fasst diverse Untersuchungen zusammen. In den Studien setzten zwischen 50 und 77 Prozent der Lernenden ihre Ausbildung inner- halb von zwei bis drei Jahren fort.

Schnellstmöglich fortsetzen
Allen gleich ist die Feststellung, dass je schneller ein Jugendlicher oder eine Jugendliche die Ausbildung fortsetzte, desto besser waren die Erfolgschancen. Die Jugendlichen erleben den Wiedereinstieg «oft als eine positive Korrektur der früheren Ausbildungsentscheidung». Die Quote der tatsächlichen Abbrecher wird auf zehn Prozent geschätzt. Die Bildungsexperten machen zwei Vorschläge, wie man diese senken könnte. Zunächst sollen Jugendliche mit Lernschwierigkeiten in der Berufsschule früher identifiziert werden, um ihnen besser unter die Arme zu greifen. Vor allem aber sollen Jugendliche mit einen «erhöhten Auflösungsrisiko» von Anfang gezielt unterstützt werden. Zürich, Zug, Aargau oder die Waadt kennen solche Projekte schon.

Betriebe in der Pflicht
Vor allem kleinere Betriebe müssen die Qualität ihrer Ausbildung steigern, denn einige davon tragen ihren Teil dazu bei, jungen Berufseinsteigern den Einstieg zu erschweren. Dies jedenfalls legt die Trendstudie nahe. Jugendliche nennen als Auslöser für Lehrvertragsauflösungen oft schlechte Arbeits- und Ausbildungsbedingungen, wie die Autoren schreiben. Ferner weisen Betriebe mit hoher Ausbildungsqualität weniger Vertragsauflösungen auf. Es gebe auch Hinweise, dass Lehrvertriebsverbünde, in denen die Lernenden zwischen verschiedenen Betrieben rotieren, das Vertragsauflösungsrisiko senken. Studien aus Deutschland zeigen überdies, «dass die Wahrscheinlichkeit von Vertragsauflösungen in Grossbetrieben, im öffentlichen Dienst und in kostenintensiven Ausbildungsgängen deutlich niedriger ist als in Kleinbetrieben, in der Privatwirtschaft und in weniger kostenintensiven Ausbildungen». Fazit: Firmen, bei denen Lernenden öfters ihre Verträge auflösen, müssen bei sich selbst ansetzen, bevor sie dem faulen oder schlecht motivierten Lehrling die Schuld in die Schuhe schieben. Es ist auch der Lehrmeister, der es in der Hand hat, ob der Lehrling mit Freude oder schon frustriert jeden Tag zur Arbeit erscheint  oder eines Tages nicht mehr.

Es muss zusammenpassen
Eine Empfehlung haben die Experten des EHB noch: Die Betriebe sollten die Lernenden so auswählen, dass beide von Anfang an besser zusammenpassen. Klappt es nicht, sinkt bei manchem Betrieb die Ausbildungsbereitschaft, stellt die EHB fest. Dies, obwohl eine Lehrvertragsauflösung beim Betrieb selbst kaum Kosten verursacht: Im Schnitt kostet es nur 1000 Franken, weil die Lernenden «rasch auch für produktive Arbeit eingesetzt werden». Wer die Kurve nicht kriegt, bezahlt persönlich einen hohen Preis. Seine «Chancen», ein Leben lang in schlecht bezahlten Jobs zu arbeiten, sind gross. Eine Studie hat dessen «Lohnausfall» im Berufsleben auf 300 000 Franken errechnet. Auch ein Abstieg in die Sozialhilfe droht. Dem Staat entgehen Steuereinnahmen und Sozialversicherungsbeiträge in der Höhe von rund 150 000 Franken pro Person.

Fokus Wirtschaft: Bedeutung des dualen Bildungswegs

Vor Kurzem fand im Gemeindesaal Gamprin die 3. Austragung des Formats «Fokus Wirtschaft» statt. Viele Unternehmer aus Gamprin-Bendern interessierten sich für Vortrag und Podium zum dualen Bildungsweg!

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Referent und Bildungsexperte Patrik Schellenbauer lobte den dualen Bildungsweg als ein einzigartiger Weg für die Schweiz und Liechtenstein. Er hält aber dennoch nichts davon, diesen zu idealisieren – dies erschwere Reformen und diese seien durchaus nötig. Der stellvertretende Direktor von Avenir Suisse ist zudem überzeugt, dass der Fachkräftemangel auch mit einer noch stärkeren Berufslehre nicht lösbar sei. Da wiege seines Ermessens nach beispielsweise die Zuwanderung schwerer. Schellenbauers zehn Thesen wurden bei der anschliessenden Podiumsdiskussion vertieft diskutiert. Diese habe sich laut Aussendung der Gemeinde Gamprin-Bendern überaus interessant gestaltet und habe ebenso aufgezeigt, welche Programme und Aktionen in Liechtenstein im Gange sind, um die Berufslehre auch für die Zukunft fit zu behalten. Man sei sich einig gewesen, dass ein wieder verstärkter Fokus auf MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) helfen würde, gut qualifizierte Lehrlinge für Gewerbe und Industrie zu finden, um so den Ansprüchen der Märkte und den Bedürfnissen der Unternehmen gerecht zu werden. Isabell Schädler (Wirtschaftskammer), Brigitte Haas (LIHK), Andy Minder (CEO Wilhelm Büchel AG) sowie Referent Schellenbauer gaben dem Publikum vieles mit auf den Weg. Es sei wären der Diskussion klar geworden, dass sich der duale Bildungsweg und akademische Ausbildungen gut ergänzen würden und diese Alternativen weder von Unternehmen noch von Eltern oder Schülern als Konkurrenz angesehen werden sollten, so die Veranstalter. 2018 fortgesetzt Im Frühjahr 2018 werde voraus-sichtlich der nächste Fokus Wirtschaft – dann vermutlich wieder in einem ortsansässigen Unternehmen – vonstattengehen. Der Gemeinde sei es ein grosses Anliegen stets ein offenes Ohr für die Unternehmen in der Gemeinde zu haben, wie Gemeindevorsteher Donath Oehri bei seinen Schlussworten zur Veranstaltung betont.

Entscheidungshilfe für die berufliche Zukunft

An der «next-step» hatten Jugendliche, Eltern und Lehrpersonen die Möglichkeit, sich über die vielfältigen Bildungsmöglichkeiten in der Region zu informieren.

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Die von der Thea Keeler Stiftung, der Landesregierung sowie den Wirtschaftsverbänden initiierten und geförderten «next-step» Berufs- und Bildungstage bieten Jugendlichen, Eltern, Schulen und Lehrpersonen die Möglichkeit, sich ausführlich über die verschiedenen Bildungsmöglichkeiten im Land und den umliegenden Regionen schlau zu machen.

Wo man vor einigen Jahren noch lange Reisen unternehmen musste, um sich die verschiedenen Universitäten und Hochschulen anzusehen, konnte man sich am vergangenen

Wochenende im SAL in Schaan an 40 Ständen eingehend und an einem Ort über das Ausbildungsangebot, die jeweiligen Berufsbilder und die damit verbundenen Zukunftschancen informieren. Ob Lehre, weiterführende Schule, Berufsmatura, Studium oder Weiterbildung – an den «next-step» Berufs- und Bildungstagen sollten keine Fragen offenbleiben. Ein wichtiger Punkt hierbei sei der persönliche Austausch. «Jugendliche können sich mit Lehrlingen und Ausbildern unterhalten», erklärt Organisator Leone Ming.

Dieser «wertvolle Dialog» motiviere und biete einen individuellen Bezug zum jeweiligen Beruf. Es sei ausserdem eine wichtige Entscheidungshilfe bei der Frage, wie die Jugendlichen ihr Leben beruflich gestalten möchten. Frei von Vorurteilen des Weiteren könnten etwaige Vorurteile aus dem Weg geräumt werden. So erklärt Sandro Eberle vom Liechtensteinischen Roten Kreuz, dass die Menschen oft ein falsches Bild vom Beruf des Rettungssanitäters haben. «Viele Leute haben die Vorstellung im Kopf, dass wir nur einladen, fahren und wieder ausladen.» Dabei stecke so viel mehr dahinter, denn in ihrer

«kleinen fahrende Intensivstation» müssten die Sanitäter eigenverantwortlich überlebensnotwendige Entscheidungen treffen. Um dem Druck in solchen Momenten gewachsen sein zu können, brauche es Ruhe und Zielstrebigkeit. «Genau da hilft unsere gute

dreijährige Ausbildung, die uns das Handwerk gibt, um auf sämtliche Situationen reagieren zu können», betont Eberle. Auch Anna Hilti von der Kunstschule Liechtenstein möchte den Interessierten den einjährigen Vorkurs der Kunstschule ans Herz legen: «Es ist

ein Jahr der Selbstfindung und man merkt erst viel später, wie wertvoll es eigentlich für das eigene Leben war.» Starke Entwicklung. Dass sich das Projekt «next-step» in den letzten Jahren stark entwickelt hat, stellte Thim van der Laan jun. (Thim van der Laan University College Physiotherapy) lobend fest: «Die Organisatoren ruhen sich nicht aus,

sondern entwickeln und gestalten ihr Angebot stetig neu.» Dementsprechend werden,

wie Leone Ming betont, die Berufstage in Zukunft wohl ein fixer Punkt in der Agenda

eines Schülers werden.

Wirtschaftsminister zu Besuch bei next-step

Regierungschef-Stellvertreter und Wirtschaftsminister Thomas Zwiefelhofer besuchte am Freitag, 23. September, die «next-step» Berufs- und Bildungstage im SAL in Schaan. Bei einem Rundgang durch die Ausstellung informierte sich Wirtschaftsminister Zwiefelhofer über das breit gefächerte Aus- und Weiterbildungsangebot in Liechtenstein und der Region.

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Über 40 Aussteller ermöglichen den jugendlichen Besucherinnen und Besuchern sowie ihren Eltern und Lehrern einen Einblick in die unterschiedlichen Bildungswege, von der dualen Berufsausbildung über die BerufsmaturabishinzumStudium an Hochschulen und Universitäten. «Die liechtensteinischen Unternehmen investieren sehr viel in die Ausbildung ihrer Fachkräfte, sie bieten jährlich rund 400 Lehrplätze in rund 100 Berufen an. Dieses breit gefächerte berufliche Angebot und die vielen Weiterbildungsmöglichkeiten sind eine grosse Chance, dass junge Menschen den für sie optimal passenden Ausbildungsweg finden, und eine Qualität unseres Wirtschaftsstandorts», sagte Wirtschaftsminister Thomas Zwiefelhofer.

next-step ist wichtiges Puzzleteil im Berufswahlprozess

Mit «next-step» hat Bildungsministerin Aurelia Frick einen weiteren wichtigen Schritt zur Stärkung des heimischen Bildungssystems initiiert. Weshalb sie diese Bildungsinformationsoffensive lanciert hat und weshalb besonders die duale Berufsbildung ein wichtiger Pfeiler des Wirtschaftsstandorts ist, verrät die Regierungsrätin im Interview mit der «lie:zeit».

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Im Herbst 2015 feierte «next-step» eine erfolgreiche Premiere. Am 23. und 24. September steigt im Schaaner SAL die zweite Auflage dieser Infotage. Weshalb haben Sie als Bildungsministerin dieses Projekt initiiert? 

Aurelia Frick: Unser Ziel war es, eine Orientierungshilfe für junge Menschen und deren Eltern zu schaffen. Unser Bildungssystem – vor allem auch in der Berufsausbildung – bietet eine Fülle an Ausbildungsmodellen an und damit die Grundlage des in der modernen Bildungspolitik fest verankerten lebenslangen Lernens. Als Bildungsministerin beschäftigt mich die Frage, wie sich Kinder, Jugendliche und Eltern im breiten Bildungsangebot in Liechtenstein zurechtfinden sollen. Mein Wunsch war es, in unserem vielfältigen Bildungswesen mehr Übersicht zu schaffen. Mit «next-step» ist uns des glaub sehr gut gelungen. Dort stellen sich die Schulen und Universitäten ebenso für Lehrbetriebe vor. Auf dem Fundament der next-step Bildungsinfotage 2013 und 2014, welche seitens der Thea Keeler Stiftung ins Leben gerufen wurden, ist ein wichtiges Puzzleteil im Berufswahlprozess geworden, das sich gerade auch an Eltern richtet, die ihre Kinder in diesem Prozess belgeiten möchten.

 

Der Bevölkerung ist «next-step» in erster Linie als Bildungsmesse bekannt. Dabei sind die Infotage eigentlich nur ein Teil eines umfassenderen Projekts.

Allerdings. Ein Kernelement zentrale bezieht sich auf die duale Berufsbildung. Um den dualen Bildungsweg, der einer der ganz wichtigen Erfolgsfaktoren unserer Gesellschaft darstellt, weiter zu stärken, hat die Regierung den Berufsbildungsbeirat, der sich aus Vertretungen der heimischen Wirtschaftsverbände und den Bildungsbehörden zusammensetzt, mit der Durchführung einer Informationsoffensive beauftragt. Ein Teil davon ist eine zentrale Webplattform, die Informationen zur Berufsbildung mit allen damit verbundenen Themen bereitstellt. Einen festen Bestandteil werden aber natürlich auch weiterhin die «next-step» Berufs- und Bildungstage darstellen, welche das breite Spektrum von Lehre bis Hochschulstudium veranschaulichen. All diese Projekte sollen unter der Dachmarke «next-step» zusammengefasst werden. Die Marke «next-step» soll zum „Gattungsbegriff“ für die Aus- und Weiterbildung in Liechtenstein werden. Die einzelnen Massnahmen und Projekte der verschiedenen Anbieter können in der Folge unter dem Dach der Marke «next-step» angeboten werden, sodass die Dachmarke den Zielgruppen als Orientierungshilfe dient.

 

Die duale Berufsbildung geniesst in Liechtenstein bereits einen sehr hohen Stellenwert. Ist eine Imagekampagne überhaupt notwendig?

Die Berufsbildung geniesst in Liechtenstein in der Tat einen sehr hohen Stellenwert, im Bildungswesen und in der Wirtschaft ganz besonders. Die Lehre ist ein Erfolgsmodell. Die Verbindung von praktischer Ausbildung in einem gut geführten Lehrbetrieb und ergänzender theoretischer Ausbildung in der Berufsschule haben sich in den vergangenen Jahrzehnten bestens bewährt. Diese Kombination kommt einerseits den Lernenden sehr entgegen und ist andererseits ein Erfolgsfaktor unserer Wirtschaft. Dennoch bedarf es regelmässiger und intensiver Aufklärungsarbeit. Denn trotz aller Bemühungen bleibt jedes Jahr eine grosse Anzahl an Lehrstellen offen – obwohl oft gerade die handwerklichen Berufe immer mehr Entwicklungschancen bieten.

 

Sie haben die offenen Lehrstellen angesprochen. Und trotzdem: Verglichen mit anderen europäischen Ländern ist der Lehrlingsmangel in Liechtenstein bei Weitem nicht so dramatisch. Worauf führen Sie das zurück?

Was Liechtenstein betrifft, bin ich überzeugt, dass wir ohne Berufslehre kaum das höchstindustrialisierte Land der Welt sein könnten. Die in der Gesellschaft breit verankerte Berufslehre ist für die heimische Wirtschaft die Basis für gut qualifiziertes Personal. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass sich internationale Studien immer wieder eine Verbindung zwischen dem Stellenwert der Berufsbildung und der Jugendarbeitslosigkeit feststellen. Die deutschsprachigen Länder schneiden hier sehr gut ab.

 

Kommt bei Ihren Bemühungen um die duale Ausbildung der akademische Weg nicht zu kurz? Im internationalen Vergleich ist die Maturaquote in Liechtenstein doch sehr tief.

Erstens geht keinesfalls um eine Wertung, welcher Weg der bessere ist, sondern es geht um eine breite Palette von Möglichkeiten. Es ist richtig, dass die Maturaquote immer wieder zu Diskussionen führt, das ist aber nicht nur bei uns so. Wir müssen bedenken, dass in Liechtenstein der Besuch des Langzeitgymnasiums nur einer von mehreren Möglichkeiten ist, die Matur zu machen. Mit jenen Jugendlichen, die nach der Realschule ins Gymnasium eintreten, mit einer Lehre eine Berufs- oder Fachmatura absolvieren oder im Ausland die Reifeprüfung ablegen, liegt die Maturaquote bei uns mittlerweile allerdings bei über 40 Prozent. Es machen also fast doppelt so viele junge Menschen die Matura, als Schüler nach der Primarschule dem Gymnasium zugewiesen werden. Unser dreigliedriges System ist also viel durchlässiger als früher und zudem sind die Möglichkeiten, die Matura zu erlangen, heute deutlich vielfältiger als früher.

 

Dennoch entscheiden sich immer mehr Jugendliche bzw. deren Eltern für eine akademische Laufbahn. Was spricht in Ihren Augen dennoch für eine Lehre?

Der Zuwachs kommt in erster Linie daher, dass sich immer mehr Jugendliche nach einer Lehre und der BMS an einer Fachhochschule weiterbilden. Die Zahlen im Gymnasium waren über die letzten Jahre relativ konstant. Aber wir müssen aufpassen, dass wir die berufliche und akademische Ausbildung nicht gegeneinander ausspielen. Viel wichtiger ist die Begleitung der Jugendlichen in ihrer gesamten Bildungslaufbahn. Unser Bildungswesen ist in den vergangenen Jahren sehr bunt und vielfältig geworden, es gibt längst nicht mehr nur den einen Weg zum Ziel.

 

Welche Vorteile sehen Sie in einer Lehre?

Wie gesagt, der ideale Ausbildungsweg sieht für jeden anders aus. Jugendliche mit einem Lehrabschluss verfügen über einen breiten Erfahrungsschatz, der in der Schule allein nicht zu vermitteln wäre. In erster Linie kennen sie den Arbeitsalltag, sie wissen, wie Betriebe und Abteilungen funktionieren und kennen die Perspektive des Unternehmens.

 

Ist ein abgeschlossenes Studium kein Garant für eine erfolgreiche Karriere mehr?

Keine Ausbildung ist allein ein Garant dafür. Aber was heisst schon erfolgreiche Karriere. Leidenschaft für Fragestellungen im Berufsalltag führt da vermutlich näher zum Erfolg. Aus betrieblicher Sicht wird ein breites Spektrum an Erfahrungen und Ausbildungen bevorzugt. Die Fachkräfte, ob mit praktischem oder akademischem Hintergrund, bilden das Rückgrat der heimischen Wirtschaft und werden auch dementsprechend gut entlohnt.

Hausaufgabenhilfe ist sinnvoll

Für Beat Manz vom Schulpsychologischen Dienst haben Hausaufgaben trotz kritischer Stimmen nach wie vor ihre Daseinsberechtigung. Dennoch begrüsst er die Angebote der Schulen, beaufsichtigte Aufgabenstunden anzubieten.

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Die Schulleiter der Deutschschweiz fordern die Abschaffung der Hausaufgaben. Als Gründe führen sie insbesondere die Chancenungleichheit unter den Schülern und vermehrte heimische Konflikte an. Wie beurteilen Sie diese Argumente?

Beat Manz: Tatsächlich gibt es soziale Ungleichheiten in dieser Frage und auch Konflikte zwischen Kindern und Eltern wegen der Hausaufgaben. Familien, in denen beide Elternteile arbeiten und zudem eine andere Muttersprache als Deutsch sprechen, vielleicht selber keine gute Bildung erhalten haben, können ihre Kinder bei den Hausaufgaben nicht gleich gut betreuen und unterstützen wie Eltern mit guter eigener Schulbildung und Deutsch als Muttersprache, beziehungsweise guten Deutschkenntnissen. Versuche, die Hausaufgaben abzuschaffen, wurden in den Abstimmungen in der Schweiz bisher mehrheitlich abgelehnt.

Die zu beobachtenden Probleme sind auch Ausdruck einer sich stetig wandelnden Gesellschaft und sich verändernder «Spielregeln» für unseren Alltag. Sind Hausaufgaben da überhaupt noch zeitgemäss?

Manz: In der Tat entwickelt sich die Gesellschaft dahingehend, dass sie verlangt, die Kinder und Jugendlichen an Tageschulen zu unterrichten, beziehungsweise einen Mittagstisch an den Schulen anzubieten. Die Hausaufgaben sollen dann auch gleich in der Schule erledigt werden. Haus

Somit kann man auch nicht mehr von sprechen. Diese Lösung erhöht die Chancengleichheit, entfremdet die Eltern aber ein Stück weit von der täglichen Erfahrungswelt der Kinder. Der Vorteil für die Kinder: Sie haben mit der Schule wirklich abgeschlossen, wenn sie nach Hause kommen. Schule und Freizeit sind so klar unterschieden.

An den Liechtensteiner Primarschule?! beispielsweise gibt es ein solches Angebot in Form der Hausaufgabenhilfe. Eine Einrichtung in Ihrem Sinne?

Manz: Ich halte das für sehr sinnvoll, gerade für die Kinder, die sonst benachteiligt wären.

Die Frage nach einer Abschaffung von Hausaufgaben stellt sich demnach nicht hinsichtlich des zusätzlichen Arbeitspensums für Schüler sondern dahingehend, ob das eigene zu Hause auch immer die besten Rahmenbedinungen für das Lösen der Aufgaben bietet. Sollten künftig also alle Kinder ihre Aufgaben in der Schule erledigen auch zwecks Entlastung der Eltern? Worin bestehen denn die Vorzüge

Manz: Ich finde, die Möglichkeit dazu sollte bestehen, damit Eltern sich entlasten können, wenn es nötig ist. Die Schule sollte ein gutes Angebot beaufsichtigter Aufgabenstunden machen. Es ist schwierig, dies an jedem Tag für alle einzurichten, weil einige Schülerinnen und Schüler länger Unterricht haben als andere. Meines Erachtens wird das an den Liechtensteiner Schulen aber gut gelöst.

von Hausaufgaben? Inwiefern profitiert das Kind von ihnen?

Manz: Kinder lernen Aufgaben selbständig zu lösen und gewinnen dadurch Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. Sie fördern ihr Gedächtnis, weil sie an einem anderen Ort sich nochmals an das Gelernte erinnern sollen. Erst mit dem eigenständigen Lösen einer Aufgabe merken sie, ob sie den Stoff auch wirklich verstanden haben. Zuhause können sie das, fern von jedem Gruppenvergleich, in ihrem Tempo tun. Zudem gibt es Lernstoff, der allein besser gelernt werden kann als in der Klassengruppe, zum Beispiel die Wörter einer Fremdsprache. Allerdings wird gemäss wissenschaftlichen Untersuchungen der Wert des Lernens während der Hausaufgaben oft überschätzt. Die Hausaufgaben haben aber noch einen anderen Zweck, den ich bereits kurz angetönt habe: Sie sollen den Eltern einen Einblick darin geben, was ihr Kind aktuell in der Schule lernt und wie es den Stoff bewältigt. Das kann die Gespräche zwischen Eltern und Lehrkräften hinsichtlich des Leistungsstandes und der Begabung des Kindes erleichtern.

Sie sprechen die Förderung der Selbstständigkeit eines Kindes an.

Bis zu welchem Grad ist Betreuung da noch im Sinn der Sache?

Manz: Für das Kind sollte es die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen. Fragen zeigen, dass das Interesse des Kindes geweckt ist. Wenn die Person, die Betreuung leistet, merkt, dass das Kind klagt, es verstehe etwas nicht, weil es sich eine eigene Denkanstrengung ersparen will, kann sie das Kind zum Beispiel auffordern, die Frage nochmals genau zu lesen, um die es bei einer Aufgabe geht. Die Betreuung soll die Selbständigkeit fördern und dem Kind nicht zu viel abnehmen.

Welchen Charakter müssen funktionale Hausaufgaben haben?

Manz: Hausaufgaben sind dann zweckdienlich, wenn sie etwas in der Schule Gelerntes nochmals einüben oder vertiefen.

Und wann sind Hausaufgaben kontraproduktiv?

Manz: Sie sind dann kontraproduktiv, wenn sie das Kind überfordern. Wenn die Eltern das merken, empfehle ich, dass sie sich an die Lehrperson ihres Kindes wenden. Diese kann die Hausaufgaben dann den Möglichkeiten des Kindes anpassen.

HALO mit Französisch-Hilfe

Auf Initiative der Wirtschaftskammer Liechtenstein steht Lernenden, die sich schulisch verbessern möchten, die Hausaufgaben-Lobby, kurz «HALO», zur Verfügung.

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Im Januar 2010 führte Ivan Schurte den ersten HALO Abend ein. In Personalunion leitete Ivan Schurte den Abend. Lernende aus den Berufen Landschaftsgärtner und Maurer waren die ersten Teilnehmer, mittlerweile sind es rund 70 Lernende aus 20 verschiedenen Berufen. Die 70 Lernenden besuchen einmal pro Woche für zwei Stunden die HALO, in welcher sie von zwei Freelancern mit unterschiedlichen Spezialisierungen begleitet werden. Nach einer hauseigenen Methode arbeiten sie den Lernstoff aus der Gewerbeschule auf bzw. erledigen ihre Hausaufgaben.

Auch für die Betriebe ist die HALO eine Erleichterung. Die Ausbildungsbetriebe haben durch den Erfolg der Lernenden weniger heikle Gespräche und der Lernende kann mehr Fachkompetenz mit einbringen. Die HALO ist auch für viele Lernende eine Erleichterung, da sie einen fixierten Abend haben, an dem sie lernen, ohne dass das Handy klingelt oder der Fernseher eine Ablenkung ist.

Seit langem kam die Frage nach einer Französisch Nachhilfe auf und aus diesem Grund können wir seit Dezember 2014 auch hier direkt Hilfe bieten. Immer am Donnerstag abend hilft Urs Dietschi den Lernenden bei Problem in den Sprachfächern. Dies macht er in Kleingruppen, somit profitieren die Lernenden sehr stark.

Lernendensuche 2017 – 100pro! startet

Der Bewerbungsstart für die Lehrstellen 2017 bei 100pro! und deren Lehrbetriebe erfolgt an der diesjährigen LIHGA. Über dreissig Lehrstellen für den Lehrstart 2017 in mehr als zehn verschiedenen Berufen und in mehr als zwanzig Lehrfirmen werden präsentiert. Kontakt zu den Lernenden sowie den Ausbildungsbetrieben, dass alles bietet unser „Lehrstellen Info 2017 – Familyday“!

 

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Unser „Lehrstellen Info 2017 – Familyday“ richtet sich an Lehrstellensuchende für August 2017, deren Eltern, Lehrer und alle Berufsbildungsinteressierten.

Am 8. September 2016 um 10 Uhr startet der „Lehrstellen Info 2017 – Familyday„ von 100pro! berufsbildung liechtenstein. Unter der Moderation von Flotti Löwenherz wird erst die Produktpalette von 100pro! vorgestellt. Mit Filmen unterstrichen, bekommt man verschiedene Einblicke in Lehrfirmen oder kann Lernenden über die Schulter schauen. Während der Veranstaltung werden die offenen Lehrstellen für 2017 vorgestellt. In der Verbundausbildung präsentieren wir 11 und im Betriebs-Coaching 20 Lehrstellen. Nebst den Lehrstellen werden die Ansprechpersonen von 100pro! direkt Vorort Auskunft geben, wie der Ablauf der Rekrutierung ist. Zudem geben sie Tipps und Tricks für die Bewerber und deren Begleiter ab.

Im Anschluss an die Veranstaltung stehen die Lehrbetriebe des Betriebs-Coaching sowie Lernende aus der Verbundausbildung gerne für klärende Gespräche zur Verfügung. Sollten noch Unklarheiten bei der Berufswahl bestehen, können auch klärende Schnupperlehren vereinbart werden.

Dieser Anlass findet bereits zum vierten Mal statt. Es ist uns wichtig, dass alle Beteiligten im Berufswahlprozess die Möglichkeit bekommen, uns vor dem Lehrstart kennen zu lernen. Jeder Mensch kann sich nur dort entfalten, wo er auf fruchtbaren Boden trifft und er sich auch wohl fühlt. Nutzen Sie die Möglichkeit und lassen Sie sich von unserer Begeisterung für die Berufsbildung anstecken.

Da dieser Event an der LIHGA stattfindet, müssen Sie sich schriftlich bei uns anmelden. Jeder Teilnehmer erhält einen LIHGA Eintritt vor der Veranstaltung. Dieser Eintritt berechtigt für den ganztägigen LIHGA Zutritt. Anmeldungen bis am 6.9.2016 an info@100pro.li oder unter +423 237 77 86.

Checkpoint Lehre 2016

Am Mittwoch, 31. August 2016 fand der sechste „Checkpoint Lehre“ statt.

 

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Die Wirtschaftskammer Liechtenstein hat am Mittwoch, 31. August 2016 den sechsten „Checkpoint Lehre“ durchgeführt. An diesem Nachmittag hatten die Schüler die Möglichkeit ihre Bewerbungsunterlagen von HR-Fachleuten auf Herz und Nieren prüfen zu lassen. Irene Schurte von der Gemeindeverwaltung Eschen, Michaela Marxer von Ivoclar Vivadent AG und Cassandra Senti von 100pro! berufsbildung liechtestein prüften gemeinsam mit jedem Schüler den Bewerbungsbrief, den Lebenslauf und alle weiteren Dokumente, die man für eine Bewerbung benötigt. Die Schüler erhielten nützliche Tipps für das Bewerbungsgespräch und für die Schnupperlehre. Des Weiteren konnten die Schüler alle Fragen rund um den Rekrutierungsprozess stellen, die ihnen auf dem Herzen lagen.

Lehrstellen für nächsten Sommer aufgeschaltet

Ab Donnerstag, den 1. September, sind die freien Lehrstellen mit Lehrbeginn Sommer 2017 auf  der Homepage des Amts für Berufsbildung und Berufsberatung (ABB) aufgeschaltet.

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Die freien Lehrstellen  in der Schweiz sind hingegen unter www.berufsberatung.ch abrufbar. Für Fragen rund um die Berufswahl oder die Lehrstellenbewerbung stehen die Mitarbeiter des ABB gerne zur Verfügung.

Mit HALO & Selbstdisziplin zu besseren Noten

Die Anforderungen in der Lehre und der Berufswelt werden immer grösser. Deshalb benötigen viele Lernende Unterstützung, um gute Leistungen in der Berufsfachschule zu erbringen.

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Diese Unterstützung erhalten sie durch 100pro! berufsbildung liechtenstein. Dabei spielt vor allem die Hausaufgaben- Lobby eine grosse Rolle.

Die Hausaufgaben-Lobby (HALO) hilft den Lernenden zum schulischen Erfolg, dank konsequenter Umsetzung von vorgegebener Lernstruktur. Die HALO richtet sich an Lernende aus allen Berufssparten, die zu wenig strukturiert lernen oder nicht über die nötige Selbstdisziplin verfügen. Die HALO bietet das optimale Lernumfeld. Während zweier Stunden pro Woche an vier verschiedenen Abenden können die Lernenden in den Räumlichkeiten der Wirtschaftskammer Liechtenstein in Schaan ihre Hausaufgaben erledigen und den Schulstoff repetieren – und dies ohne Störfaktoren wie Handy, Computer etc. Unterstützt werden sie dabei von zwei Begleitpersonen (Freelancer), die sich in ihren Kompetenzen optimal ergänzen (wirtschaftlich und technisch).

Die Freelancer stehen bei Fragen zur Seite, überprüfen das Wissen bei anstehenden Prüfungen und helfen bei der Erstellung und Durchführung von Präsentationen. Bei ca. 80% der Lernenden stellt sich nach dem Besuch der HALO eine Verbesserung des Notendurchschnitts ein. Bei den restlichen 20% kommt eine individuelle Lernort-/Lerntypberatung infrage, mit deren Methoden sie dann zurück in die HALO kommen. Sollte trotz dieser Massnahmen keine Besserung eintreten, kommt die 1:1-Nachhilfe zum Zug. Die Nachhilfe ist die letzte Möglichkeit, denn dadurch wird die Lernautonomie untergraben. Das Ziel sollte aber schliesslich sein, dass die Selbstständigkeit der jungen Menschen gefördert wird.

Seit Dezember 2014 bietet 100pro! zusätzlich Nachhilfe in Französisch an, da hier der Bedarf sehr hoch ist. Jeweils am Donnerstagabend steht Urs Dietschi den Lernenden bei Problemen in den Sprachfächern zur Verfügung. Dies macht er in Kleingruppen, somit profitieren die Lernenden sehr stark.

Die erste Hausaufgaben-Lobby fand im Januar 2010 mit drei Lernenden an einem Abend statt. Mittlerweile bietet 100pro! die HALO vier verschiedene Abende an und betreut insgesamt über 60 Lernende. Dies mit der Unterstützung von 14 Freelancern.

Zehn Verbundlernende starten in ihre Ausbildung

Am Montag war es endlich so weit: Zehn neue Lernende starteten ihre Ausbildung bei «100pro! Berufsbildung Liechtenstein». Um 8 Uhr trafen sich gemäss  Medienmitteilung alle in der Wirtschaftskammer.

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Nach der Begrüssung durch Jürgen Nigg wurden die Jugendlichen in die Abläufe der Verbundausbildung eingeführt. Ivan Schurte erklärte nochmals die Vorteile der Verbundausbildung und welche Türen für Lernende während bzw. nach der Lehre offenstehen. «Nach einem intensiven Morgen genossen alle gemeinsam das Mittagessen. Nach der Mittagspause wurden die Lernenden in die Verbundbetriebe gebracht, wo sie dann mit den Arbeiten starteten», heisst es in der Mitteilung abschliessend.

Lehrabschluss: Zwei Absolventinnen wurden gegautscht

«Pakkt an! Lasst seinen Corpus Posteriorum fallen auf diesen nassen Schwamm bis triefen seine beiden Ballen. Der durstigen Seele gebt ein Sturtzbad obendrauf, das ist dem Sohne Gutenbergs die beste Tauff.»

 

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«Pakkt an! Lasst seinen Corpus Posteriorum fallen auf diesen nassen Schwamm bis triefen seine beiden Ballen. Der durstigen Seele gebt ein Sturtzbad obendrauf, das ist dem Sohne Gutenbergs die beste Tauff.» So tönt es, wenn ein Jünger Gutenbergs gegautscht wird. Gautschen ist ein bis ins 16. Jahrhundert rückverfolgbarer Buchdruckerbrauch, bei dem ein Lernender nach bestandener Abschlussprüfung im Rahmen einer Freisprechungszeremonie in einer Bütte untergetaucht und/oder auf einen nassen Schwamm gesetzt wird. Das Gautschen wird auch als symbolische Massnahme betrachtet, um schlechte Gewohnheiten aus der Lehrzeit abzuwaschen. Gestern wurden im Brunnen beim St. Peter Schaan nicht Söhne, sondern zwei Töchter Gutenbergs gegautscht. Jennifer Curras Prete (links) hat die 4-jährige Ausbildung zur Polygrafin und Sahra Kranz die 3-jährige Ausbildung zur Printmedienverarbeiterin mit Bravour bestanden. Die BVD Druck+Verlag AG gratuliert ihr ganz herzlich zur Aufnahme in die Zunft Gutenbergs und wünscht ihr für die Zukunft alles Gute! Das «Liechtensteiner Vaterland» schliesst sich der Gratulation an.

Vaterland, 05. Juli 2016

Einige Lehrstellen noch nicht besetzt

In den vergangenen Wochen und Monaten waren die 319 Schulabgänger Liechtensteins damit beschäftigt, die nächsten Schritte ihrer beruflichen Laufbahn einzuläuten.

 

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Mit den rund 350 vergebenen Lehrstellen zeigt sich im Vergleich zu den Vorjahren ein konstantes Ergebnis. Am kommenden Freitag werden Hunderte Jugendliche der Ober- und Realschulen Liechtensteins ihre Abschlusszeugnisse in den Händen halten. Doch bevor ihre Schulzeit offiziell abgeschlossen ist, sind viele Schüler seit Anfang dieses Jahres damit beschäftigt, sich den Einstieg in das Berufsleben mit einer Lehrstelle zu sichern. Nach aktuellem Stand sind noch 80 Stück unbesetzt.

Erste Schritte bewältigt
In diesem Jahr wurden bis Mitte Juni rund 350 Ausbildungsplätze mit Lehrbeginn im Sommer 2016 von der heimischen Wirtschaft vergeben. Von den insgesamt 319 Schulabgängern werden 203 Jugendliche eine berufliche Grundbildung mit Anlehre, Fähigkeitszeugnis oder Berufsattest antreten. «Per 23. Juni 2016 sind noch acht Schulabgänger auf der Suche nach einer für sie geeigneten Anschlusslösung. Wir vom Amt für Berufsbildung und Berufsberatung (ABB) stehen mit diesen Jugendlichen in Kontakt und unterstützen sie auf ihrem weiteren Berufswahl-Findungsprozess», sagt Werner Kranz, Amtsleiter des ABB, auf Anfrage.

Möglichkeiten für diese Jugendlichen gibt es viele, da sich die 80 offenen Lehrstellen in den unterschiedlichsten Branchen wiederfinden lassen: Von einer Lehre als Automobil-Fachmann bis hin zum Zeichner in der Fachrichtung Ingenieurbau ist vieles vertreten. Wie Kranz bestätigt, können Interessenten die Liste mit allen Lehrbetrieben auf der Homepage des ABB abrufen.

«Eine weitere Möglichkeit bietet die BIZ-App, mit der Jugendliche und Interessierte einfach und unkompliziert herausfinden können, welche Unternehmen in Liechtenstein oder der angrenzenden Schweiz freie Lehrstellen im gewünschten Lehrberuf anbieten. Informationen zu den einzelnen Berufen, der Lehrdauer und den Arbeitsinhalten können ebenfalls eingesehen werden», erklärt der Leiter des ABB.

Unter Jugendlichen beliebt
Bei Frauen wie auch bei den Männern erfreut sich die Kauffrau beziehungsweise der Kaufmann grösster Beliebtheit. In diesem Jahr wurden 50 genehmigte Lehrverträge für Frauen, und 26 für Männer unterzeichnet. An zweiter Stelle folgen bei den angehenden Lehrlingen die Fachfrau Gesundheit und Fachfrau Betreuung sowie die Lehre zum Polymechaniker. «Es lässt sich nicht sagen, welche Lehrstellen in diesem Jahr schwierig zu besetzen waren. Die Berufswahl hängt von sehr vielen einzelnen Faktoren, wie beispielsweise der Eignung und Neigung der Jugendlichen oder der Zulassungsvoraussetzungen der weiterführenden Schulen ab, die letztendlich ausschlaggebend für den möglichen Erhalt eines Ausbildungsplatzes oder für die Zulassung beziehungsweise Aufnahme an einer weiterführenden Schule sind», führt der Leiter des ABB weiter fort.

Jahrelange Konstanz
Laut Kranz lässt sich die diesjährige Lehrstellensituation mit den Vorjahren vergleichen. «Mit dem aktuellen Stand können alle, die am Berufswahlprozess beteiligt sind, ziemlich zufrieden sein. Rund 98 Prozent der Sekundarschulabgänger haben eine für sie geeignete Anschlusslösung gefunden. Ich bin davon überzeugt, dass bis Mitte August alle Jugendlichen eine akzeptable Lösung gefunden haben.» Das Angebot der heimischen Wirtschaft an Ausbildungsplätzen ist seit Jahren konstant hoch, da das Lehrstellenangebot seit Jahrzehnten eine zentrale Rolle bei der Berufswahl einnimmt.

In der Schweiz zeigt sich die Situation ein wenig prekärer. Die Anzahl an Jugendlichen, die ab August ihre Lehrstellen antreten werden, ist deutlich zurückgegangen. Der Grund dafür liegt darin, dass die Zahl der Schulabgänger in der Schweiz ebenfalls um fünf Prozent rückläufig ist. Gleichzeitig ist das Lehrstellenangebot jedoch nur leicht von 80'000 auf 79'000 geschrumpft. Da sich laut dem Lehrstellenbarometer Mitte April hochgerechnet 66'000 Jugendliche für eine Lehrstelle interessierten, übertrifft derzeit das Angebot an Lehrstellen die Nachfrage um 13'000 Lehrstellen. Das ist rund die Hälfte mehr als vor einem Jahr.

Alternativen auch gefragt
Von den insgesamt 319 Schulabgängern haben sich 108 Schüler nicht für eine Lehre, sondern für eine andere Anschlusslösung entschieden. Acht werden ab dem neuen Schuljahr eine Vollzeitberufsschule antreten und weitere 23 haben den Übertritt in die Oberstufe des Gymnasiums geschafft. Eine weitere beliebte Alternativlösung für noch unentschlossene Schulabgänger bietet der Besuch einer Mittelschule, an der ab kommendem Schuljahr 14 Liechtensteiner ihre Ausbildung fortsetzen werden, und 50 Jugendliche besuchen künftig das 10. Schuljahr in Vaduz.

Vaterland, 29. Juni 2016

Lernende – unsere Zukunft

Die Roman Hermann AG in Schaan kann auf rund 40 motivierte Mitarbeitende im Betrieb zählen. Darunter sind einige Angestellte, die dem Betrieb seit bis zu 35 Jahren die Treue halten sowie vier Lernende.

 

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Der Geschäftsführer Patrick Hermann gibt Auskunft über die Lehrlingsausbildung in seinem Betrieb.

bau:zeit: In welchen Berufen bilden Sie Lehrlinge aus?

Patrick Hermann: Nachdem letztes Jahr der erste Gerüstbau-Lernende in Liechtenstein seine Ausbildung in unserem Betrieb erfolgreich abgeschlossen hat, freut es uns, dass wir jetzt auch den zweiten Gerüstbau-Lernenden ausbilden können. Zum allerersten Mal bilden wir auch eine Kauffrau aus. Hier setzen wir auf eine 100pro-Verbundausbildung mit der Liechtenstein Life Assurance AG in Ruggell. Ebenfalls bilden wir aktuell zwei Gipser-Trockenbauer aus. Dabei können wir auf grosse Erfahrung bauen, denn voller Freude und Stolz können wir sagen, dass wir in unserer 60-jährigen Firmengeschichte bereits über 30 Gipser-Trockenbauer ausgebildet haben.

Gibt es spezielle Anlässe, Angebote, Betreuung für die Lehrlinge?

Zum einen sind die Lernenden natürlich ein Teil des ganzen Teams und sind bei unseren Firmenanlässen mit dabei. Dazu gehören ein traditioneller Grillnachmittag vor den Sommerferien sowie ein jährlich stattfindender, ganztägiger Firmenausflug. Auch bei den regelmässigen firmeninternen Schulungen zu Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz oder fachspezifischen Themen sind sie mit dabei. Schulisch bieten wir unseren Lernenden an, die Hausaufgabenlobby HALO von 100pro zu besuchen. Grundsätzlich stehen wir unseren Lernenden bei allen Fragen immer zur Verfügung. Zusätzlich gibt es auch die Möglichkeit, dass wir ihnen in unserem Magazin einzelne Kojen aufbauen, in denen sie die Arbeiten, welche ihnen noch Mühe bereiten, speziell üben können.

Wie werden die Lehrlinge ins Team integriert?

Wir verstehen unsere ganze Firma als Kette, welche nur so stark ist wie ihr schwächstes Glied. Deshalb fördern wir jeden unserer Mitarbeitenden, damit wir für unsere Kundschaften immer eine solide Kette bilden. In unserem Firmennamen steht das AG auch für «Alle Gemeinsam». Auch unsere Lernenden behandeln wir nicht als billige Hilfskräfte, sondern als Glied unserer Kette. Nur dadurch können wir eine gute Ausbildung der Fachhandwerker von morgen sicherstellen. In den drei Lehrjahren folgen wir dem Grundsatz, dass das erste Jahr zum Lernen, das zweite zum Üben und das dritte zum Festigen und Routine holen ist.

bau:zeit, 14.05.2016

Gemeinde Eschen-Nendeln ausgezeichnet

Anlässlich der Jahresversammlung der Wirtschaftskammer Liechtenstein konnte die Gemeindeverwaltung Eschen-Nendeln die Auszeichnung «100pro! Lehrbetrieb des Jahres 2015» entgegennehmen.

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Am vergangenen Freitag versammelten sich rund 100 Gewerbetreibende im Eschner Gemeindesaal. Neben der statutarischen Jahresversammlung wurde zum fünften Mal die Auszeichnung «100pro! Lehrbetrieb des Jahres» vergeben. Berechtigt zur Teilnahme sind alle Lernenden, welche die Hausaufgaben- Lobby (HALO) von 100pro! besuchen.

Unter den 70 Teilnehmern ist der Lernende Andreas Karl, Kaufmann im zweiten Lehrjahr bei der Gemeindeverwaltung Eschen-Nendeln. Er entschied sich im März, seine Bewerbung für seinen Lehrbetrieb einzureichen. Folgende Angaben sind für die Jury relevant: Wie unterstützt der Lehrbetrieb den Jugendlichen? Welche Veranstaltungen können besucht werden, gibt es Spezielles für Lernende? Schlüsselkriterium ist der Bewerbungstext zum Thema «Wieso hat mein Lehrbetrieb bzw. meine Berufsbildnerin diesen Titel verdient?» Karl überzeugte mit seinem Antrag die dreiköpfige Jury. So konnte der Gemeindevorsteher Günther Kranz, stellvertretend für sein Berufsbildungsteam, die Trophäe und das Preisgeld von Arnold Matt, Präsident der Wirtschaftskammer Liechtenstein, entgegennehmen. Karl erhielt von Ivan Schurte, Bereichsleiter 100pro!, einen Gutschein für einen Monat HALO überreicht. Die Trophäe «100pro Lehrbetrieb des Jahres» kann beim Empfang der Gemeindeverwaltung besichtigt werden. (pd)

Vaterland, 03.05.2016

«100pro!»-Lager in Malbun

Rückblick vom 18. bis 22. April weilten die Verbund­lernenden von «100pro! Berufsbildung Liechtenstein» für ihr Lager im Jugendhaus in Malbun. Sie erlebten zahlreiche Abenteuer und machten spannende Ausflüge.

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Am Montagmorgen versammelten sich alle Lernenden aus neun verschiedenen Berufsfeldern beim Rheinpark Stadion in Vaduz. Nach der kurzen Fahrt ins Malbun bezogen sie die Zimmer im Jugendhaus und starteten dann gleich mit dem Kennenlern-Programm. Es wurden drei Gruppen gebildet, welche im Verlauf der Woche immer wieder gegeneinander antraten. Der erste Tag wurde somit hauptsächlich mit Kennenlern-Aufgaben, Wettbewerben und Spielen verbracht. Am Dienstagnachmittag wurde die Sportlichkeit der Lernenden getestet. Von einem Personal Coach beraten und motiviert, wurde viel über Sport und Gesundheit gelernt sowie ein Parcours mit Kraftübungen absolviert. Müde aber zufrieden wurde abends das Jugendhaus erreicht. Den Mittwoch verbrachten die Auszubildenden in Chur. Hier wurde der Adventure Room besucht, in dem komplexe Rätsel in kurzer Zeit gelöst werden mussten. Für alle war dies ein spannender Vormittag, wenn nicht sogar das Highlight der Woche. Nach freier «Shopping»- und/oder «Essens»-Zeit in der Stadt trafen sich alle bei der Kletterhalle «Ap ’N Daun». Den Bergsteigern bot sich nun die Chance, ihr Können zu zeigen. Aber auch die Unerfahrenen konnten sich ausprobieren. Am Donnerstag besuchten die Lernenden die Landespolizei in Vaduz und erhielten eine persönliche Führung durch das Polizeigebäude sowie das Gefängnis. Nachdem alle wieder in Freiheit waren, füllten wir in den bestimmten Gruppen das «Vaduzer Rallye Quiz» aus. Zuletzt wurden die Lernenden zum Mittag­essen im Subway in Vaduz eingeladen. Als alle satt waren, wurde noch ein Gruppenfoto geschossen. Freitags wurden die letzten Wettbewerbe ausgetragen und die Gewinner-Gruppe auserkoren. Danach wurde das Jugendhaus aufgeräumt und die Koffer gepackt. Die nun besser miteinander vertrauten Lernenden verabschiedeten sich voneinander und jeder durfte in sein wohlverdientes Wochenende gehen.

Volksblatt, 23.04.2016

«Run» aufs Gymnasium ist ungebrochen

Derzeit gilt es ernst für die Fünftklässler im Land. In diesen Wochen wird entschieden, welche weiterführende Schule sie künftig besuchen. Der Druck, es ins Gymnasium zu schaffen, ist nach wie vor gross. Dies, obwohl das Schulsystem viel durchlässiger geworden ist.

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«Der Run auf eine Gymnasiumsempfehlung ist konstant hoch, wie auch der Wunsch, es mindestens in die Realschule zu schaffen. Die existenziellen Ängste der Eltern beziehungsweise die Sorge um eine erfolgreiche Zukunft der Kinder sind deutlich spürbar», stellt Daniel Ritter, Schulleiter der Gemeindeschulen Eschen und Nendeln fest. Beim Druck auf das Kind hänge jedoch viel davon ab, welche Unterstützung es von zu Hause aus habe und welche Erwartungen die Eltern an das Kind hätten. Dennoch, bei den meisten Übertrittsgesprächen kommt es zu einer Einigung zwischen Lehrperson und Eltern, nur bei weniger als 10 Prozent sind sich die beiden Parteien uneinig. Bei Differenzen kann der jeweilige Schüler zu einer Prüfung antreten. Diese Chance wurde jedoch im Jahr 2015 lediglich von 20 Schülern genutzt. Davon haben laut Daten vom Schulamt 6 die Prüfung bestanden.

Die Verteilung an die weiterführenden Schulen folgt weitgehend der im Jahr 2001 gesetzlich festgelegten Zuweisungsquote (28 Prozent Oberschule, 50 Prozent Realschule, 22 Prozent Gymnasium) und ist aus diesem Grund über die Jahre relativ konstant. «Wie das Jahr 2015 mit Quoten von 25 Prozent für die Oberschule, 49 Prozent für die Real-/Sekundarschule und 26 Prozent für das Gymnasium zeigt, sind Schwankungen dennoch möglich», heisst es in der gestern veröffentlichten Bildungsstatistik.

Noch nicht in den Köpfen

Rachel Guerra, Fachverantwortliche für den Bereich Pflichtschule und Kindergarten beim Schulamt, hofft, dass der Druck auf die Kinder in Zukunft nachlässt: «Ich erwarte schon, dass sich die Situation in den nächsten ein bis zwei Jahren etwas entspannen wird.» Als Grund nennt sie das im Jahr 2011 revidierte Schulgesetz, mit welchem der Übertritt ins Oberstufengymnasium neu geregelt wurde. Diese Anpassung bewähre sich in der Praxis sehr gut, weiss Guerra. Erstens würden deutlich mehr Schüler von der Realschule ins Oberstufengymnasium eintreten und zweitens hätten diese dort auch kaum Probleme. «Es braucht natürlich eine gewisse Zeit, bis diese Umstellung in den Köpfen ist», sagt Guerra. Seit drei Jahren werde aber konsequent an den jeweiligen Informationsveranstaltungen auf diese Neuerung hingewiesen. Dabei wird vermittelt: «Wenn ein Kind nicht wirklich gut in eine Schulstufe passt oder es einfach noch nicht reif ist, für den langen Weg nach Vaduz oder für ein so grosses Schulhaus, dann ist der Weg über die Realschule die bessere Option.» Schliesslich stünden nach der Realschule alle Wege offen, ob Oberstufengymnasium, Berufslehre mit oder ohne Berufsmaturität oder andere weiterführende Schulen. Dies stärke den Realschulweg zusätzlich. Aber auch die Oberschule sei aufgewertet worden, seit Schüler in Mathematik einen Abschluss auf Realschulniveau machen könnten, ist Guerra überzeugt.

Primarlehrer liegen meist richtig

Ob die Selektionsempfehlung der Primarlehrperson richtig war, das zeigt sich im späteren Verlauf der Schulkarriere der Schüler. Diese wird vom Schulamt weiterverfolgt. Im Herbst bekommen die Primarlehrpersonen jeweils eine Rückmeldung, wie sich ihre ehemaligen Schützlinge in den weiterführenden Schulen bewähren. Laut dem Rektor des Liechtensteinischen Gymnasiums, Eugen Nägele, ist dies auch meistens der Fall: «Grundsätzlich machen wir sehr gute Erfahrungen mit dem Übertritt. Wir glauben, dass die Primarlehrer eine gute Arbeit machen und die Schüler in die richtige Schule schicken. Natürlich gibt es von Primarschule zu Primarschule teilweise grosse Unterschiede. Die Kinder sind nicht immer gleich gut vorbereitet. Die Einzelfälle dürfen das positive Ganze nicht schlecht machen», erklärt er auf Anfrage. Auch mit der Durchlässigkeit mache das Gymnasium positive Erfahrungen: «Die Schüler und Schülerinnen, die zu uns kommen, sind motiviert und finden bald den Anschluss», stellt Eugen Nägele fest.

Selektion zu früh?

Ein Fragezeichen setzt Daniel Ritter punkto Selektionszeitpunkt: «Die Individualisierung und Binnendifferenzierung, die im Kindergarten und der Primarschule einen hohen Stellenwert hat, wird mit der Selektion gewissermassen gebrochen.» Schliesslich werde in der Primarschule gros-sen Wert drauf gelegt, jedem Kind so gut wie möglich gerecht zu werden. Dabei stehe auch die Stärkung der Persönlichkeit und des Selbstvertrauens im Vordergrund, sagt Ritter. Die Diskussion um eine Verschiebung des Selektionszeitpunkts sei aber seit der Volksabstimmung über SPES (Gesamtschul-Projekt) im Jahr 2009 vom Tisch, meint Rachel Guerra. Auch eine Anpassung an die Schweiz (sechs Jahre Primarschule), sei derzeit nicht geplant. Dies, obwohl es aus Sicht des Lehrplanes und auch aus Kostengründen durchaus Sinn machen könnte.

Durchlässigkeit wurde verbessert

Im Jahr 2012 sind Leistungszüge in den Realschulen angepasst worden. Der A-Zug der Realschule entspricht nun dem Niveau des Untergymnasiums. Wer also in allen Fächern, welche in Leistungszügen geführt werden, den A-Zug besucht und eine Durchschnittsnote von einer 4.0 erreicht, kann nach der 3. oder 4. Klasse Realschule prüfungsfrei ins Gymnasium wechseln. Vorausgesetzt ist jedoch eine Empfehlung der Klassenkonferenz. Vor 2012 war es so, dass Schüler des Untergymnasiums mit einem Promotionsschnitt von 4,0 ins Oberstufengymnasium eintreten konnten. Realschüler hingegen benötigten einen Notenschnitt von 5,0, um prüfungsfrei ins Oberstufengymnasium wechseln zu können. «Die Messlatte war damals nicht gleich hoch», erklärt Rachel Guerra.

Volksblatt, 17.03.2016

Ehrung für Simon Heeb

Beim Tag der Berufsbildung wurde Simon Heeb für seine ausserordentlichen Leistungen bei den Schweizermeisterschaften der Innendekorateure Fachrichtung Bodenbelag geehrt.

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BERN/SCHAAN. Zum zwölften Mal fand in Bern der Tag der Berufsbildung statt. Organisiert durch die Stiftung SwissSkills in Zusammenarbeit mit dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI konnten am 11. Februar die Schweizermeister und die Platzierten des Jahres 2015 im Kongresszentrum Bernexpo eine Eh- rung für ihre ausserordentlichen Leistungen entgegennehmen.

Solide Ausbildung und Einsatz

Simon Heeb absolviert derzeit eine Verbundlehre bei 100pro! berufsbildung liechtenstein (Wirtschaftskammer) und ist im letzten Lehrjahr. Simon Heeb wird in den Firmen Heeb Wohnambiente und Augrenier ausgebildet. Dank der soliden und guten Ausbildung in den beteiligten Betrieben sowie dem unermüdlichen Einsatz von Simon Heeb war diese überdurchschnittliche Leistung möglich.

Vize-Schweizermeister

Anlässlich des Tags der Berufsbildung wurde er als einziger Liechtensteiner geehrt. Damit bekam Simon Heeb die Anerkennung für seine Leistungen anlässlich der Schweizermeisterschaften der Innendekorateure Fachrichtung Bodenbelag. Bei den Meisterschaften im Oktober 2015 erreichte Simon Heeb den verdienten zweiten Rang und holte sich somit die Silbermedaille. (pd)

HALO Rückerstattung - 100pro!

Tag der Abrechnung: Nach Eingang der Schulzeugnisse wird mit den Lernenden von 100pro! "abgerechnet". Alle unsere Lernenden welche die HALO besucht haben und so schulischen Erfolg erreicht haben bekommen die HALO-Beiträge im vergangenen Semester teilweise oder ganz zurückerstattet. Es freut uns riesig, dass wir Annina Götz 100% der Beträge zurückerstatten konnten. Annina Götz hat heute vom Geschäftsführer Jürgen Nigg und dem Verbundberater Alessio Haas 1020 CHF erhalten. Weiter so Annina, wir sind stolz auf dich!

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Tag der Abrechnung: Nach Eingang der Schulzeugnisse wird mit den Lernenden von 100pro! "abgerechnet". Alle unsere Lernenden welche die HALO besucht haben und so schulischen Erfolg erreicht haben bekommen die HALO-Beiträge im vergangenen Semester teilweise oder ganz zurückerstattet. Es freut uns riesig, dass wir Annina Götz 100% der Beträge zurückerstatten konnten. Annina Götz hat heute vom Geschäftsführer Jürgen Nigg und dem Verbundberater Alessio Haas 1020 CHF erhalten. Weiter so Annina, wir sind stolz auf dich!

«WorldSkills»-Sieger Beck geht nach Venedig

TRIESENBERG/VENEDIG - Gut ein halbes Jahr nach seinem Triumph bei den Berufsweltmeisterschaften stellt sich Lukas Beck in Venedig einer neuen Herausforderung.

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Nur zwei Jahre nach seinem Lehrabschluss gewann der Gipser Lukas Beck im vergangenen Sommer bei den «WorldSkills» in Brasilien die erste Goldmedaille für Liechtenstein seit zehn Jahren. Am Freitag, den 15.01.2016,  startet der Triesenberger nun die nächste Etappe in seiner Laufbahn als Gipser. Der 22-jährige macht sich auf den Weg nach Venedig, wo er eine dreimonatige Ausbildung bei Maestro Giorgio Berto an der Unione Stuccatori Veneziani – eine der renommiertesten Ausbildungsstätten für Stuckateure in Europa – absolvieren wird. «Ich war bereits einen Tag in Venedig und habe Giorgio Berto kennengelernt. Er hat mir seine Arbeiten gezeigt, wodurch ich mir einen Eindruck davon verschaffen konnte, was auf mich zukommt. Ich freue mich riesig über die Chance den Gipser-Beruf in seinem Ursprung kennenzulernen», freute sich Lukas Beck gestern gegenüber dem «Volksblatt».

Volksblatt, 15.01.2016

Die duale Berufsbildung als Erfolgsmodell auch für kleine Unternehmen

Der 6. Ruggeller Unternehmer-Apéro stand in diesem Jahr ganz im Zeichen der Ausbildung der Jugend verbunden mit der Rekrutierung von jungen Fachkräften für den Wirtschaftsstandort Liechtenstein. So bildet die Gemeinde Ruggell selbst vier Lernende in drei verschiedenen Bereichen aus. Mit dieser Themenwahl fand die jährlich stattfindende

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Die jungen Lernenden sind unsere Zukunft, sei es für unsere Unternehmen oder für unsere Gesellschaft. Der duale Bildungsweg, also die Ausbildung in Betrieb und Berufsschule, eröffnet sehr gute Berufsaussichten für unsere Jugend. Kritiker sehen diesen Weg gerne als Bildung zweiter Klasse, doch damit liegen sie falsch. Denn reines Wissen aus der Schulstube kann die praktischen Berufsqualifikationen nicht einfach ersetzen. Entscheidet sich ein Unternehmen für diese Ausbildungsmöglichkeit, wird eine vollumfängliche Förderung des Lernenden vorausgesetzt, welche finanziell und zeitlich entsprechend hoch ausfallen kann. Aus diesem Grund entscheiden sich wahrscheinlich viele Klein- und Mittelunternehmen (KMU) gegen einen Lernenden im eigenen Betrieb, weil das Know-how oder einfach die Zeit für die Betreuung fehlt. Mit der jungen Organisation „100pro! berufsbildung liechtenstein“ von der Liechtensteiner Wirtschaftskammer wird diesen KMUs entgegengekommen. Sie übernehmen entweder das Coaching des Lernenden oder es kann eine Verbundlehre eingegangen werden, indem man sich als KMU mit einem anderen Unternehmen zusammenschliesst. Der oder die Lernende ist dabei bei der Wirtschaftskammer Liechtenstein angestellt und absolviert die fachliche Ausbildung bei den beteiligten dualen Lehrbetrieben. Der Lehrvertrag wird zwischen der Wirtschaftskammer und dem Lernenden abgeschlossen, die Rahmenbedingungen zwischen den Unternehmen und der Wirtschaftskammer definiert.

Tanja Kressig war die erste Lernende Kauffrau der Gemeinde Ruggell, welche eine Verbundlehre antrat. Als Partner konnte die Gemeinde Schellenberg gefunden werden, welche bis dahin keine Möglichkeit sah, eine Lehrstelle alleine überhaupt anzubieten. Begleitet wurde diese Verbundlehre von 100pro! berufsbildung liechtenstein. Nach ihrem sehr erfolgreichen Abschluss im Sommer 2015 sagt Tanja heute dazu: „Während der Lehrzeit habe ich abwechslungsweise in den Gemeindeverwaltungen Ruggell und Schellenberg gearbeitet. Die Ausbildung war äusserst spannend und sehr abwechslungsreich. Ich durfte vielseitige Erfahrungen sammeln und lernte, dass gute Kommunikation das wichtigste Werkzeug einer Kauffrau ist. Allein schon die Kommunikation zwischen den Gemeinden Ruggell und Schellenberg, mit „100pro!“ und allen Mitarbeitenden war anfänglich eine grosse Herausforderung – aber ich habe diese Lektion schnell gelernt. 

Die Verbundausbildung hatte den Vorteil, dass ich als Lernende gleichzeitig mehrere Betriebe, Unternehmenskulturen und Arbeitsweisen kennenlernen durfte und so ein breitgefächertes Wissen mitnehmen konnte. Für mich waren diese drei Jahre nicht nur eine berufliche Neuorientierung sondern auch eine persönliche Weiterentwicklung. In beiden Verwaltungen habe ich sehr viel gelernt und erlebt. Heute kann ich mit Freude sagen, dass mir von der Reinigungskraft bis zum Vorsteher alle etwas mit auf den Weg gegeben haben.“

Seit August 2015 arbeitet Natascha Morrone aus Ruggell als Lernende Kauffrau in der Verbundlehre der Gemeinden Schellenberg und Ruggell. Im Wintersemester (August bis Januar) in der Gemeindeverwaltung Ruggell, erlebte sie ihren Einstieg als sehr abwechslungsreich und intensiv. Die Gewöhnung an den Wochenrhythmus – drei Tage in der Verwaltung und zwei Tage in der Schule – erfolgte jedoch rasch: „Anfangs war es eine echte Umstellung von dem „gemütlichen“ Schülerleben in das anstrengende Erwachsenenleben zu wechseln. Doch trotz dieser Herausforderung fühlte ich mich schon gleich sehr gut aufgehoben in der Gemeinde Ruggell. Auch wenn ich erst seit drei Monaten hier bin, habe ich schon sehr viel gelernt. Ich freue mich schon auf die weiteren drei Jahre in der Verbundlehre und bin gespannt auf meinen Wechsel im Februar 2016 in die Gemeinde Schellenberg.“

 Ein Jahr zuvor, im August 2014, startete Maximilian Hasler als Lernender Kaufmann „nur“ in der Gemeindeverwaltung Ruggell. In seinem Fall läuft das Coaching über die Organisation 100pro! berufsbildung liechtenstein. Neben Betreuungsgespräch ist für ihn die Hausaufgabenhilfe HALO von 100pro! berufsbildung liechtenstein als professionelle Unterstützung für seine Lehre wichtig. Dieses Coaching erhalten bei der Gemeinde Ruggell auch Pascal Wohlwend, der als Lernender Fachmann Betriebsunterhalt FZ, Fachrichtung Hausdienst tätig ist sowie Marco Lenherr als Lernender Unterhaltspraktiker EBA beim Werkhof. Pascal Wohlwend befindet sich zurzeit im dritten und letzten Lehrjahr und ist überzeugt, dass er vor allem von der Hausaufgabenhilfe profitieren konnte: „Zuerst brauchte es grosse Überwindung, regelmässig die Hausaufgabenhilfe am gleichen Wochentag zu besuchen. Jedoch für die Repetition und das Lernen vor grossen Prüfungen waren diese zwei Stunden ideal, da man sich zu Hause sehr leicht ablenken liess. Ab einem gewissen Notenschnitt wurden die Kosten für diese Unterstützung vom Lehrbetrieb übernommen, was für mich als zusätzlicher Anreiz diente, diesen Schnitt auch zu erreichen und zu behalten. So konnte ich mich stets verbessern. Für berufsspezifische Sachthemen brauchte ich jedoch schon jeweils auch die volle Unterstützung meiner Vorgesetzten im Betrieb.“ Auch wenn das Coaching bezüglich Betreuung und schulische Unterstützung in diesen Fällen extern ausgelagert werden kann, bleibt der Lernende ein wichtiger Bestandteil des Unternehmens. Gemeinsames Lernen, berufliche Unterstützung und auch ein offenes Ohr für private Anliegen gehören hier selbstverständlich dazu. Ist der Unternehmer in bestimmten Situationen überfragt, steht man trotzdem nicht alleine da. In Ruggell nutzt nicht nur die Gemeindeverwaltung diese Vorteile, sondern auch Firmen und Unternehmen wie die BUNTAG AG, BWV, Liechtenstein Life, CNC Mechanik, Prisma Life und die Wohlwend AG. Und wenn Lernende nicht nur mit Wissen überzeugen, sondern auch mit ihrem Geschick indem sie vor allem in handwerklichen Lehrberufen ausserordentliche Leistungen zeigen, dann ist eine Teilnahme bei den WorldSkills möglich …

Schlussendlich müssen Unternehmen motiviert werden, in die heutige Jugend zu investieren, um die zukünftigen Fachkräfte zu fördern. Auf der anderen Seite werden für dieses Unterfangen aber auch potenzielle jugendliche Lernende benötigt, die sich bewusst für die duale Berufsbildung entscheiden. Unser Bildungswesen ist in den vergangenen Jahren sehr bunt und vielfältig geworden, es gibt längst nicht mehr nur den einen Weg zum Ziel. Viele Jugendliche tendieren heute eher zur Matura oder zur Berufsmatura mit anschliessender akademischer Ausbildung. Ein erfolgreiches Studium ist heute bekanntlich aber auch kein Garant mehr für einen einfachen Berufseinstieg bzw. eine erfolgreiche Karriere. Ein guter Mix sowie die Begleitung der Jugendlichen in ihrer gesamten Bildungslaufbahn, egal welcher Weg eingeschlagen wird, sind gemäss Bildungsministerin Aurelia Frick viel wichtiger. Schlussendlich ist die Ministerin überzeugt, dass Liechtenstein ohne die duale Berufsbildung kaum das höchstindustrialisierte Land der Welt sein könnte.

Christian Öhri, Gemeindekanzlei

Nordwind, Ruggell